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Aufgaben:Aufgabe 4.5Z: Nochmals Impulsantwort: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 13. Oktober 2016, 20:42 Uhr

P ID1815 LZI Z 4 5.png
Wir betrachten wieder wie in der Aufgabe A4.5 ein binäres Übertragungssystem mit der Bitrate R und der Symboldauer T = 1/R. Als Übertragungsmedium wird ein Normalkoaxialkabel (Innendurchmesser: 2.6 mm, Außendurchmesser: 9.5 mm) mit dem Frequenzgang
HK(f)=ejβ1fleα2flejβ2fl=H1(f)H2(f)H3(f)
verwendet. Die Kabellänge beträgt l = 1 Kilometer.
Die Teilfrequenzgänge H1(f), H2(f), H3(f) dienen hier nur als Abkürzung. Die Leitungsparameter lauten:
β1=21.78radkmMHz,α2=0.2722NpkmMHz,β2=0.2722radkmMHz.
Die Grafik zeigt die resultierende Impulsantwort hK(t'), wobei t' = t/T die normierte Zeit darstellt. Ohne Berücksichtigung der (normierten) Phasenlaufzeit τ' = τ/T kann hK(t') wie folgt geschrieben werden:
hK(t)=1Ta/π2t3exp[a22πt],mitainNeper.
Diese Gleichung gibt die Fourierrücktransformierte des Produkts H2(f) · H3(f) an. Verwendet ist dabei die charakteristische Kabeldämpfung
a=α2R/2l.
In der Aufgabe A4.5 wurde der Maximalwert der normierten Impulsantwort wie folgt berechnet:
Max[ThK(t)]=13.5πe1.5a21.453a2,mitainNeper.
Hinweis: Die Aufgabe gehört zum Kapitel 4.2.


Fragebogen

1

Welcher Teilfrequenzgang ist für die Phasenlaufzeit τ verantwortlich?

H1(f),
H2(f),
H3(f).

2

Bestimmen Sie die Bitrate des Binärsystems, wenn τ' = τ/T = 694 beträgt.

R =

Mbit/s

3

Geben Sie die charakteristische Kabeldämpfung zur gemeinsamen Beschreibung der Frequenzgänge H2(f) und H3(f) an.

a =

Np

4

Bestimmen Sie den (normierten) Maximalwert der Impulsantwort.

Max[ThK(t)] =

5

Welche der nachfolgenden Aussagen sind zutreffend?

Verzerrungen werden ohne H1(f) richtig wiedergegeben.
Verzerrungen werden ohne H2(f) richtig wiedergegeben.
Verzerrungen werden ohne H3(f) richtig wiedergegeben.


Musterlösung

1.  Die Spektraldarstellung eines Laufzeitgliedes lautet e–j2π. Ein Vergleich mit der Angabenseite zeigt, dass H1(f) genau diesem Ansatz genügt  ⇒ Alternative 1.
2.  Entsprechend dem Angabenblatt gilt:
2πfτ=β1flτ=β1l2π=21.78rad/(kmMHz)10km2π=34.7μs
τ=τ/T=694T=34.7μs7000.05μs.
Die Bitrate ist gleich dem Kehrwert der Symboldauer: R = 20 Mbit/s.
3.  Für die charakteristische Kabeldämpfung erhält man somit:
a=α2R/2l=0.2722NpkmMHz10MHz10km8.6Np_.
Der entsprechende dB–Wert ist 75 dB.
4.  Mit der angegebenen Gleichung und dem Ergebnis aus c) ergibt sich:
Max[ThK(t)]1.453a2=1.4538.620.02_.
5.  Richtig ist nur Aussage 1. H1(f) beschreibt die frequenzunabhängige Laufzeit, die keine Verzerrung zur Folge hat. Dagegen sollte man zur Berechnung der Impulsantwort auf keinen Fall auf H2(f) oder H3(f) verzichten, da es sonst es zu gravierenden Fehlern kommen würde:
  • Die Impulsantwort h2(t) als die Fourierrücktransformierte von H2(f) ist eine gerade Funktion mit dem Maximum bei t = 0 und erstreckt sich in beide Richtungen über Hunderte von Symbolen.
  • Dagegen ist die Fourierrücktransformierte von H3(f) eine ungerade Funktion mit einer Sprungstelle bei t = 0. Für t > 0 fällt h3(t) ähnlich – aber nicht exakt – wie eine Exponentialfunktion ab. Für negative Zeiten gilt h3(t) = – h3(|t|).
  • Erst die Faltung h2(t) ∗ h3(t) liefert die kausale Impulsantwort. Die Phasenlaufzeit τ ist hierbei noch nicht berücksichtigt.