Aufgabe 3.5: Kullback-Leibler-Distanz & Binominalverteilung: Unterschied zwischen den Versionen

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Test: convert dollar math to <math> tags for native MathML
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[[Datei:P_ID2759__Inf_A_3_4_A.png|right|frame|Vorgegebene Wahrscheinlichkeiten]]
[[Datei:P_ID2759__Inf_A_3_4_A.png|right|frame|Vorgegebene Wahrscheinlichkeiten]]
Wir gehen hier von der&nbsp; [[Stochastische_Signaltheorie/Binomialverteilung|Binomialverteilung]]&nbsp; aus, die durch die Parameter &nbsp;$I$&nbsp; und &nbsp;$p$&nbsp; gekennzeichnet ist &nbsp; <br>&#8658; &nbsp; siehe  Buch &bdquo;Stochastische Signaltheorie&rdquo;:
Wir gehen hier von der&nbsp; [[Stochastische_Signaltheorie/Binomialverteilung|Binomialverteilung]]&nbsp; aus, die durch die Parameter &nbsp;<math>I</math>&nbsp; und &nbsp;<math>p</math>&nbsp; gekennzeichnet ist &nbsp; <br>&#8658; &nbsp; siehe  Buch &bdquo;Stochastische Signaltheorie&rdquo;:


* Wertebereich:
* Wertebereich:
:$$X = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm}  \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm} , \hspace{0.15cm} I\hspace{0.05cm}\}\hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">X = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm}  \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm} , \hspace{0.15cm} I\hspace{0.05cm}\}\hspace{0.05cm},</math>
* Wahrscheinlichkeiten:
* Wahrscheinlichkeiten:
:$$P_X (X = \mu) = {I \choose \mu} \cdot p^{\mu} \cdot (1-p)^{I-\mu} \hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">P_X (X = \mu) = {I \choose \mu} \cdot p^{\mu} \cdot (1-p)^{I-\mu} \hspace{0.05cm},</math>
* linearer Mittelwert:
* linearer Mittelwert:
:$$m_X = I  \cdot p \hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">m_X = I  \cdot p \hspace{0.05cm},</math>
* Varianz:
* Varianz:
:$$\sigma_X^2 = I  \cdot p \cdot (1-p)\hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">\sigma_X^2 = I  \cdot p \cdot (1-p)\hspace{0.05cm}.</math>
Im rot hinterlegten Teil der Tabelle sind die Wahrscheinlichkeiten&nbsp; $P_X(X = \mu$)&nbsp; der betrachteten Binomialverteilung angegeben.&nbsp; In der Teilaufgabe&nbsp; '''(1)'''&nbsp; sollen Sie die dazugehörigen Verteilungsparameter &nbsp;$I$&nbsp; und &nbsp;$p$&nbsp; bestimmen.
Im rot hinterlegten Teil der Tabelle sind die Wahrscheinlichkeiten&nbsp; <math>P_X(X = \mu</math>)&nbsp; der betrachteten Binomialverteilung angegeben.&nbsp; In der Teilaufgabe&nbsp; '''(1)'''&nbsp; sollen Sie die dazugehörigen Verteilungsparameter &nbsp;<math>I</math>&nbsp; und &nbsp;<math>p</math>&nbsp; bestimmen.




Diese vorgegebene Binomialverteilung soll hier durch eine&nbsp; [[Stochastische_Signaltheorie/Poissonverteilung|Poissonverteilung]]&nbsp; $Y$&nbsp; approximiert werden, gekennzeichnet durch die Rate &nbsp;$\lambda$:
Diese vorgegebene Binomialverteilung soll hier durch eine&nbsp; [[Stochastische_Signaltheorie/Poissonverteilung|Poissonverteilung]]&nbsp; <math>Y</math>&nbsp; approximiert werden, gekennzeichnet durch die Rate &nbsp;<math>\lambda</math>:


* Wertebereich:
* Wertebereich:
:$$Y = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm}  \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm}\}\hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">Y = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm}  \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm}\}\hspace{0.05cm},</math>
* Wahrscheinlichkeiten:
* Wahrscheinlichkeiten:
:$$P_Y (Y = \mu) = \frac{\lambda^{\mu}}{\mu !} \cdot {\rm e}^{-\lambda} \hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">P_Y (Y = \mu) = \frac{\lambda^{\mu}}{\mu !} \cdot {\rm e}^{-\lambda} \hspace{0.05cm},</math>
* Erwartungswerte:
* Erwartungswerte:
:$$m_Y = \sigma_Y^2 = \lambda\hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">m_Y = \sigma_Y^2 = \lambda\hspace{0.05cm}.</math>


Um abschätzen zu können, ob die Wahrscheinlichkeitsfunktion&nbsp; $P_X(X)$&nbsp; ausreichend gut durch&nbsp; $P_Y(Y)$&nbsp; approximiert wird, kann man auf die so genannten&nbsp; <b>Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanzen</b>&nbsp; $\rm (KLD)$&nbsp; zurückgreifen, in der Literatur teilweise  auch&nbsp;  &bdquo;relative Entropien&rdquo;&nbsp; genannt.  
Um abschätzen zu können, ob die Wahrscheinlichkeitsfunktion&nbsp; <math>P_X(X)</math>&nbsp; ausreichend gut durch&nbsp; <math>P_Y(Y)</math>&nbsp; approximiert wird, kann man auf die so genannten&nbsp; <b>Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanzen</b>&nbsp; <math>\rm (KLD)</math>&nbsp; zurückgreifen, in der Literatur teilweise  auch&nbsp;  &bdquo;relative Entropien&rdquo;&nbsp; genannt.  


Angepasst an das vorliegende Beispiel lauten diese:
Angepasst an das vorliegende Beispiel lauten diese:
:$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \hspace{0.15cm}  =  \hspace{0.15cm}  {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(X)}{P_Y(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{I}  P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \hspace{0.15cm}  =  \hspace{0.15cm}  {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(X)}{P_Y(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{I}  P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm},</math>
[[Datei:P_ID2760__Inf_A_3_4_B.png|right|frame|Beiliegende Ergebnistabelle]]
[[Datei:P_ID2760__Inf_A_3_4_B.png|right|frame|Beiliegende Ergebnistabelle]]
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) \hspace{0.15cm}  =  \hspace{0.15cm}  {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(X)}{P_X(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{\infty}  P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) \hspace{0.15cm}  =  \hspace{0.15cm}  {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(X)}{P_X(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{\infty}  P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} \hspace{0.05cm}.</math>
Bei Verwendung von&nbsp; $\log_2$&nbsp; ist dem Zahlenwert die Pseudo&ndash;Einheit &bdquo;bit&rdquo; hinzuzufügen.
Bei Verwendung von&nbsp; <math>\log_2</math>&nbsp; ist dem Zahlenwert die Pseudo&ndash;Einheit &bdquo;bit&rdquo; hinzuzufügen.


In nebenstehender  Tabelle ist die Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz&nbsp;  $D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&nbsp;  (in &bdquo;bit&rdquo;)&nbsp; zwischen der Binomial&ndash;PMF&nbsp;  $P_X(\cdot)$&nbsp;  und einigen Poisson&ndash;Näherungen&nbsp;  $P_Y(\cdot)$&nbsp;    $($mit fünf verschiedenen Raten $\lambda)$&nbsp;  eingetragen.   
In nebenstehender  Tabelle ist die Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz&nbsp;  <math>D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)</math>&nbsp;  (in &bdquo;bit&rdquo;)&nbsp; zwischen der Binomial&ndash;PMF&nbsp;  <math>P_X(\cdot)</math>&nbsp;  und einigen Poisson&ndash;Näherungen&nbsp;  <math>P_Y(\cdot)</math>&nbsp;    <math>(</math>mit fünf verschiedenen Raten <math>\lambda)</math>&nbsp;  eingetragen.   
*Die jeweilige Entropie &nbsp;$H(Y)$, die ebenfalls von der Rate &nbsp;$\lambda$&nbsp; abhängt, ist in der ersten Zeile angegeben.
*Die jeweilige Entropie &nbsp;<math>H(Y)</math>, die ebenfalls von der Rate &nbsp;<math>\lambda</math>&nbsp; abhängt, ist in der ersten Zeile angegeben.


*Die Spalten für&nbsp; $\lambda = 1$&nbsp; sind in den Teilaufgaben&nbsp; '''(3)'''&nbsp; und '''(4)'''&nbsp; zu ergänzen.  
*Die Spalten für&nbsp; <math>\lambda = 1</math>&nbsp; sind in den Teilaufgaben&nbsp; '''(3)'''&nbsp; und '''(4)'''&nbsp; zu ergänzen.  
*In der Teilaufgabe&nbsp; '''(6)'''&nbsp; sollen diese Ergebnisse interpretiert werden.
*In der Teilaufgabe&nbsp; '''(6)'''&nbsp; sollen diese Ergebnisse interpretiert werden.


Zeile 46: Zeile 46:
*Die Aufgabe gehört zum  Kapitel&nbsp; [[Informationstheorie/Einige_Vorbemerkungen_zu_zweidimensionalen_Zufallsgrößen|Einige Vorbemerkungen zu zweidimensionalen Zufallsgrößen]].
*Die Aufgabe gehört zum  Kapitel&nbsp; [[Informationstheorie/Einige_Vorbemerkungen_zu_zweidimensionalen_Zufallsgrößen|Einige Vorbemerkungen zu zweidimensionalen Zufallsgrößen]].
*Insbesondere wird Bezug genommen auf die Seite&nbsp; [[Informationstheorie/Einige_Vorbemerkungen_zu_zweidimensionalen_Zufallsgrößen#Relative_Entropie_.E2.80.93_Kullback.E2.80.93Leibler.E2.80.93Distanz|Relative Entropie &ndash; Kullback-Leibler-Distanz]].
*Insbesondere wird Bezug genommen auf die Seite&nbsp; [[Informationstheorie/Einige_Vorbemerkungen_zu_zweidimensionalen_Zufallsgrößen#Relative_Entropie_.E2.80.93_Kullback.E2.80.93Leibler.E2.80.93Distanz|Relative Entropie &ndash; Kullback-Leibler-Distanz]].
*Um die numerischen Berechnungen in Grenzen zu halten, werden folgende Hilfsgrößen vorgegeben;&nbsp;  hierbei bezeichnet&nbsp; $\rm \lg$&nbsp; den Logarithmus zur Basis&nbsp; $10$:
*Um die numerischen Berechnungen in Grenzen zu halten, werden folgende Hilfsgrößen vorgegeben;&nbsp;  hierbei bezeichnet&nbsp; <math>\rm \lg</math>&nbsp; den Logarithmus zur Basis&nbsp; <math>10</math>:
:$$A\hspace{0.05cm}' = 0.4096 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.4096}{0.3679} + 0.2048 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.2048}{0.1839} + 0.0512 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0512}{0.0613} + 0.0064 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0064}{0.0153} + 0.0003 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0003}{0.0031} \hspace{0.05cm},$$
:<math display="block">A\hspace{0.05cm}' = 0.4096 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.4096}{0.3679} + 0.2048 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.2048}{0.1839} + 0.0512 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0512}{0.0613} + 0.0064 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0064}{0.0153} + 0.0003 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0003}{0.0031} \hspace{0.05cm},</math>
:$$B\hspace{0.05cm}' = 0.1839 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.1839) + 0.0613 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0613) + 0.0153 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0153) + 0.0031 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0031) + 0.0005 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0005) + 0.0001 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0001)$$
:<math display="block">B\hspace{0.05cm}' = 0.1839 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.1839) + 0.0613 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0613) + 0.0153 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0153) + 0.0031 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0031) + 0.0005 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0005) + 0.0001 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0001)</math>
:$$\Rightarrow \hspace{0.3cm} A\hspace{0.05cm}'  \hspace{0.15cm} \underline {= 0.021944}  \hspace{0.05cm},\hspace{0.5cm} B\hspace{0.05cm}'  \hspace{0.15cm} \underline {= -0.24717}  \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">\Rightarrow \hspace{0.3cm} A\hspace{0.05cm}'  \hspace{0.15cm} \underline {= 0.021944}  \hspace{0.05cm},\hspace{0.5cm} B\hspace{0.05cm}'  \hspace{0.15cm} \underline {= -0.24717}  \hspace{0.05cm}.</math>




Zeile 57: Zeile 57:
{Wie lauten die Kenngrößen der vorliegenden Binomialverteilung?&nbsp; Hinweis:&nbsp; Geben Sie (maximal) eine Nachkommastelle ein.
{Wie lauten die Kenngrößen der vorliegenden Binomialverteilung?&nbsp; Hinweis:&nbsp; Geben Sie (maximal) eine Nachkommastelle ein.
|type="{}"}
|type="{}"}
$I \hspace{0.47cm}  = \ $ { 5 3% }
<math>I \hspace{0.47cm}  = \ </math> { 5 3% }
$p \hspace{0.47cm} = \ $ { 0.2 3% }
<math>p \hspace{0.47cm} = \ </math> { 0.2 3% }
$m_x \ = \ $ { 1 3% }
<math>m_x \ = \ </math> { 1 3% }
$\sigma^2_x \hspace{0.25cm}  = \ $ { 0.8 3% }
<math>\sigma^2_x \hspace{0.25cm}  = \ </math> { 0.8 3% }




Zeile 66: Zeile 66:
|type="[]"}
|type="[]"}
- Keine der beiden Distanzen ist anwendbar.
- Keine der beiden Distanzen ist anwendbar.
+ $D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&nbsp; ist besser geeignet.
+ <math>D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)</math>&nbsp; ist besser geeignet.
- $D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$&nbsp; ist besser geeignet.
- <math>D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)</math>&nbsp; ist besser geeignet.
- Beide Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanzen sind anwendbar.
- Beide Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanzen sind anwendbar.




{Berechnen Sie die geeignete Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz&nbsp;  $($hier mit&nbsp; $D$&nbsp; abgekürzt$)$&nbsp; für &nbsp;$\lambda = 1$.&nbsp; Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße &nbsp;$A\hspace{0.05cm}'$.
{Berechnen Sie die geeignete Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz&nbsp;  <math>(</math>hier mit&nbsp; <math>D</math>&nbsp; abgekürzt<math>)</math>&nbsp; für &nbsp;<math>\lambda = 1</math>.&nbsp; Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße &nbsp;<math>A\hspace{0.05cm}'</math>.
|type="{}"}
|type="{}"}
$D \ = \ $ { 0.0182 3% } $\ \rm bit$
<math>D \ = \ </math> { 0.0182 3% } <math>\ \rm bit</math>




{Berechnen Sie die Entropie &nbsp;$H(Y)$&nbsp; der Poisson&ndash;Näherung mit der Rate &nbsp;$\lambda = 1$.&nbsp; Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße &nbsp;$B\hspace{0.05cm}'$.
{Berechnen Sie die Entropie &nbsp;<math>H(Y)</math>&nbsp; der Poisson&ndash;Näherung mit der Rate &nbsp;<math>\lambda = 1</math>.&nbsp; Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße &nbsp;<math>B\hspace{0.05cm}'</math>.
|type="{}"}
|type="{}"}
$H(Y) \ = \ $ { 1.864 3% } $\ \rm bit$
<math>H(Y) \ = \ </math> { 1.864 3% } <math>\ \rm bit</math>




{Welche der folgenden Aussagen sind zutreffend?
{Welche der folgenden Aussagen sind zutreffend?
|type="[]"}
|type="[]"}
+ Bei der &nbsp;$H(Y)$&ndash;Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.
+ Bei der &nbsp;<math>H(Y)</math>&ndash;Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.
- Bei der&nbsp; $D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&ndash;Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.
- Bei der&nbsp; <math>D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)</math>&ndash;Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.




{Wie interpretieren Sie die vervollständigte Ergebnistabelle?
{Wie interpretieren Sie die vervollständigte Ergebnistabelle?
|type="[]"}
|type="[]"}
+ Nach der Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz sollte man &nbsp;$\lambda = 1$&nbsp; wählen.
+ Nach der Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz sollte man &nbsp;<math>\lambda = 1</math>&nbsp; wählen.
- $\lambda = 1$&nbsp; garantiert die beste Approximation &nbsp;$H(Y) &asymp; H(X)$.
- <math>\lambda = 1</math>&nbsp; garantiert die beste Approximation &nbsp;<math>H(Y) &asymp; H(X)</math>.




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===Musterlösung===
===Musterlösung===
{{ML-Kopf}}
{{ML-Kopf}}
'''(1)'''&nbsp; Bei der Binomialverteilung sind alle Wahrscheinlichkeiten&nbsp; ${\rm Pr}(X > I) = 0$ &nbsp; &#8658; &nbsp; $\underline{I = 5}$.&nbsp; Damit ergibt sich für die Wahrscheinlichkeit, dass&nbsp; $X =I = 5$&nbsp; ist:
'''(1)'''&nbsp; Bei der Binomialverteilung sind alle Wahrscheinlichkeiten&nbsp; <math>{\rm Pr}(X > I) = 0</math> &nbsp; &#8658; &nbsp; <math>\underline{I = 5}</math>.&nbsp; Damit ergibt sich für die Wahrscheinlichkeit, dass&nbsp; <math>X =I = 5</math>&nbsp; ist:
:$${\rm Pr} (X = 5) = {5 \choose 5} \cdot p^{5} =  p^{5}  \approx 0.0003 \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">{\rm Pr} (X = 5) = {5 \choose 5} \cdot p^{5} =  p^{5}  \approx 0.0003 \hspace{0.05cm}.</math>
Somit erhält man für
Somit erhält man für


* die charakteristische Wahrscheinlichkeit: &nbsp; $p= (0.0003)^{1/5} = 0.1974 \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.2}\hspace{0.05cm},$
* die charakteristische Wahrscheinlichkeit: &nbsp; <math>p= (0.0003)^{1/5} = 0.1974 \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.2}\hspace{0.05cm},</math>
* den linearen Mittelwert (Erwartungswert): &nbsp; $m_X = I  \cdot p  \hspace{0.15cm} \underline {= 1}\hspace{0.05cm},$
* den linearen Mittelwert (Erwartungswert): &nbsp; <math>m_X = I  \cdot p  \hspace{0.15cm} \underline {= 1}\hspace{0.05cm},</math>
* die Varianz: &nbsp; $\sigma_X^2 = I  \cdot p \cdot (1-p)  \hspace{0.15cm} \underline {= 0.8}\hspace{0.05cm}.$
* die Varianz: &nbsp; <math>\sigma_X^2 = I  \cdot p \cdot (1-p)  \hspace{0.15cm} \underline {= 0.8}\hspace{0.05cm}.</math>




Zeile 110: Zeile 110:


'''(2)'''&nbsp; Richtig ist der <u>Lösungsvorschlag 2</u>:
'''(2)'''&nbsp; Richtig ist der <u>Lösungsvorschlag 2</u>:
*Bei Verwendung von&nbsp; $D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$&nbsp; würde sich unabhängig von&nbsp; $&lambda;$&nbsp; stets ein unendlicher Wert ergeben, da für&nbsp; $\mu &#8805; 6$&nbsp; gilt:
*Bei Verwendung von&nbsp; <math>D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)</math>&nbsp; würde sich unabhängig von&nbsp; <math>&lambda;</math>&nbsp; stets ein unendlicher Wert ergeben, da für&nbsp; <math>\mu &#8805; 6</math>&nbsp; gilt:
:$$P_X (X = \mu) = 0 \hspace{0.05cm},\hspace{0.3cm}P_Y (Y = \mu) \ne 0 \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">P_X (X = \mu) = 0 \hspace{0.05cm},\hspace{0.3cm}P_Y (Y = \mu) \ne 0 \hspace{0.05cm}.</math>
*Auch wenn die Wahrscheinlichkeiten&nbsp; $P_Y (Y = \mu)$&nbsp; für große&nbsp; $&mu;$&nbsp; sehr klein werden, sind sie doch &bdquo;unendlich viel größer&rdquo; als&nbsp; $P_X (X = \mu)$.
*Auch wenn die Wahrscheinlichkeiten&nbsp; <math>P_Y (Y = \mu)</math>&nbsp; für große&nbsp; <math>&mu;</math>&nbsp; sehr klein werden, sind sie doch &bdquo;unendlich viel größer&rdquo; als&nbsp; <math>P_X (X = \mu)</math>.




Zeile 118: Zeile 118:


'''(3)'''&nbsp; Wir verwenden die erste Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz:
'''(3)'''&nbsp; Wir verwenden die erste Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz:
:$$D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{5}  P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{5}  P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm}.</math>
*Bei Verwendung des Zehnerlogarithmus&nbsp; $(\lg)$&nbsp; erhalten wir für die Poisson&ndash;Näherung mit &nbsp;$\lambda = 1$:
*Bei Verwendung des Zehnerlogarithmus&nbsp; <math>(\lg)</math>&nbsp; erhalten wir für die Poisson&ndash;Näherung mit &nbsp;<math>\lambda = 1</math>:
:$$D \hspace{0.05cm}' = 0.3277 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.3277}{0.3679} + A \hspace{0.05cm}' = -0.016468 + 0.021944 = 0.005476 \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">D \hspace{0.05cm}' = 0.3277 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.3277}{0.3679} + A \hspace{0.05cm}' = -0.016468 + 0.021944 = 0.005476 \hspace{0.05cm}.</math>
*Nach Umrechnung auf den Zweierlogarithmus&nbsp; $(\log_2)$&nbsp;  erhält man schließlich:
*Nach Umrechnung auf den Zweierlogarithmus&nbsp; <math>(\log_2)</math>&nbsp;  erhält man schließlich:
:$$D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{0.005476}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.0182\ {\rm (bit)}}\hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{0.005476}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.0182\ {\rm (bit)}}\hspace{0.05cm}.</math>




'''(4)'''&nbsp; Unter Verwendung des Zehnerlogarithmus lautet die Entropie der Poisson&ndash;Näherung&nbsp; $(\lambda = 1)$:
'''(4)'''&nbsp; Unter Verwendung des Zehnerlogarithmus lautet die Entropie der Poisson&ndash;Näherung&nbsp; <math>(\lambda = 1)</math>:
:$$H\hspace{0.05cm}'(Y) = -{\rm E} \left [{\rm lg} \hspace{0.1cm} {P_Y(Y)} \right ] = -2 \cdot 0.3679 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.3679) - B\hspace{0.05cm}' = 0.31954 + 0.24717 = 0.56126.$$
:<math display="block">H\hspace{0.05cm}'(Y) = -{\rm E} \left [{\rm lg} \hspace{0.1cm} {P_Y(Y)} \right ] = -2 \cdot 0.3679 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.3679) - B\hspace{0.05cm}' = 0.31954 + 0.24717 = 0.56126.</math>
*Die Umrechnung in &bdquo;bit&rdquo; liefert das gesuchte Ergebnis:
*Die Umrechnung in &bdquo;bit&rdquo; liefert das gesuchte Ergebnis:
:$$H(Y) = \frac{0.56126}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.864\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">H(Y) = \frac{0.56126}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.864\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.</math>






'''(5)'''&nbsp; Richtig ist die <u>Aussage 1</u>.&nbsp; Bei der numerischen Berechnung der Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz ist
'''(5)'''&nbsp; Richtig ist die <u>Aussage 1</u>.&nbsp; Bei der numerischen Berechnung der Kullback&ndash;Leibler&ndash;Distanz ist
* der Beitrag des&nbsp; $&mu;$&ndash;ten Terms positiv, falls&nbsp; $P_Y(\mu) > P_X(\mu)$,
* der Beitrag des&nbsp; <math>&mu;</math>&ndash;ten Terms positiv, falls&nbsp; <math>P_Y(\mu) > P_X(\mu)</math>,
* der Beitrag des&nbsp; $&mu;$&ndash;ten Terms negativ, falls&nbsp; $P_Y(\mu) < P_X(\mu)$.
* der Beitrag des&nbsp; <math>&mu;</math>&ndash;ten Terms negativ, falls&nbsp; <math>P_Y(\mu) < P_X(\mu)</math>.




Zeile 142: Zeile 142:


'''(6)'''&nbsp; Zutreffend ist der <u>Lösungsvorschlag 1</u>:  
'''(6)'''&nbsp; Zutreffend ist der <u>Lösungsvorschlag 1</u>:  
*Auch aus der Grafik ist ersichtlich, dass&nbsp; $D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =0.0182$&nbsp; bit&nbsp; von keinem anderen &nbsp;$&lambda;$&ndash;Wert als &nbsp;$&lambda; = 1$&nbsp; unterschritten wird (grüne Kreuze).
*Auch aus der Grafik ist ersichtlich, dass&nbsp; <math>D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =0.0182</math>&nbsp; bit&nbsp; von keinem anderen &nbsp;<math>&lambda;</math>&ndash;Wert als &nbsp;<math>&lambda; = 1</math>&nbsp; unterschritten wird (grüne Kreuze).
*Weiter erkennt man aus dieser Darstellung, dass man mit &nbsp;$&lambda; = 0.9$&nbsp; eine bessere Entropie&ndash;Approximation als mit &nbsp;$&lambda; = 1$&nbsp; erreicht  (blaue Kreise):
*Weiter erkennt man aus dieser Darstellung, dass man mit &nbsp;<math>&lambda; = 0.9</math>&nbsp; eine bessere Entropie&ndash;Approximation als mit &nbsp;<math>&lambda; = 1</math>&nbsp; erreicht  (blaue Kreise):
:$$H(Y) = 1.795\ {\rm bit} \hspace{0.15cm}\approx \hspace{0.15cm} H(X) = 1.793\ {\rm bit}\hspace{0.05cm}.$$
:<math display="block">H(Y) = 1.795\ {\rm bit} \hspace{0.15cm}\approx \hspace{0.15cm} H(X) = 1.793\ {\rm bit}\hspace{0.05cm}.</math>
:Der zweite Lösungsvorschlag ist also falsch.  
:Der zweite Lösungsvorschlag ist also falsch.  


* Mit &nbsp;$&lambda; = 1$&nbsp; stimmen die&nbsp; <u>linearen Mittelwerte</u>&nbsp; der beiden Zufallsgrößen  überein:  
* Mit &nbsp;<math>&lambda; = 1</math>&nbsp; stimmen die&nbsp; <u>linearen Mittelwerte</u>&nbsp; der beiden Zufallsgrößen  überein:  
:$$m_X = m_Y= 1.$$
:<math display="block">m_X = m_Y= 1.</math>
* Mit &nbsp;$&lambda; = 0.9$ stimmen die&nbsp; <u>quadratischen Mittelwerte</u>&nbsp; überein:  
* Mit &nbsp;<math>&lambda; = 0.9</math> stimmen die&nbsp; <u>quadratischen Mittelwerte</u>&nbsp; überein:  
:$$m_X + \sigma_X^2 = m_Y + \sigma_Y^2= 1.8.$$
:<math display="block">m_X + \sigma_X^2 = m_Y + \sigma_Y^2= 1.8.</math>


Ob diese Aussage relevant ist, lassen wir dahingestellt.&nbsp;  
Ob diese Aussage relevant ist, lassen wir dahingestellt.&nbsp;  


Denn: &nbsp; Aufgrund der stetigen Zunahme von&nbsp; $H(Y)$&nbsp; mit zunehmendem&nbsp; $&lambda;$&nbsp; ist klar, dass für irgendeinen&nbsp; $&lambda;$&ndash;Wert tatsächlich&nbsp; $H(Y) = H(X)$&nbsp; gelten muss.
Denn: &nbsp; Aufgrund der stetigen Zunahme von&nbsp; <math>H(Y)</math>&nbsp; mit zunehmendem&nbsp; <math>&lambda;</math>&nbsp; ist klar, dass für irgendeinen&nbsp; <math>&lambda;</math>&ndash;Wert tatsächlich&nbsp; <math>H(Y) = H(X)</math>&nbsp; gelten muss.
{{ML-Fuß}}
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Version vom 27. Februar 2026, 17:10 Uhr

Vorgegebene Wahrscheinlichkeiten

Wir gehen hier von der  Binomialverteilung  aus, die durch die Parameter  [math]\displaystyle{ I }[/math]  und  [math]\displaystyle{ p }[/math]  gekennzeichnet ist  
⇒   siehe Buch „Stochastische Signaltheorie”:

  • Wertebereich:
[math]\displaystyle{ X = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm} , \hspace{0.15cm} I\hspace{0.05cm}\}\hspace{0.05cm}, }[/math]
  • Wahrscheinlichkeiten:
[math]\displaystyle{ P_X (X = \mu) = {I \choose \mu} \cdot p^{\mu} \cdot (1-p)^{I-\mu} \hspace{0.05cm}, }[/math]
  • linearer Mittelwert:
[math]\displaystyle{ m_X = I \cdot p \hspace{0.05cm}, }[/math]
  • Varianz:
[math]\displaystyle{ \sigma_X^2 = I \cdot p \cdot (1-p)\hspace{0.05cm}. }[/math]

Im rot hinterlegten Teil der Tabelle sind die Wahrscheinlichkeiten  [math]\displaystyle{ P_X(X = \mu }[/math])  der betrachteten Binomialverteilung angegeben.  In der Teilaufgabe  (1)  sollen Sie die dazugehörigen Verteilungsparameter  [math]\displaystyle{ I }[/math]  und  [math]\displaystyle{ p }[/math]  bestimmen.


Diese vorgegebene Binomialverteilung soll hier durch eine  Poissonverteilung  [math]\displaystyle{ Y }[/math]  approximiert werden, gekennzeichnet durch die Rate  [math]\displaystyle{ \lambda }[/math]:

  • Wertebereich:
[math]\displaystyle{ Y = \{\hspace{0.05cm}0\hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 1\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} 2\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} \text{...}\hspace{0.1cm} ,\hspace{0.15cm} {\mu}\hspace{0.05cm}, \hspace{0.05cm}\text{...}\hspace{0.1cm}\}\hspace{0.05cm}, }[/math]
  • Wahrscheinlichkeiten:
[math]\displaystyle{ P_Y (Y = \mu) = \frac{\lambda^{\mu}}{\mu !} \cdot {\rm e}^{-\lambda} \hspace{0.05cm}, }[/math]
  • Erwartungswerte:
[math]\displaystyle{ m_Y = \sigma_Y^2 = \lambda\hspace{0.05cm}. }[/math]

Um abschätzen zu können, ob die Wahrscheinlichkeitsfunktion  [math]\displaystyle{ P_X(X) }[/math]  ausreichend gut durch  [math]\displaystyle{ P_Y(Y) }[/math]  approximiert wird, kann man auf die so genannten  Kullback–Leibler–Distanzen  [math]\displaystyle{ \rm (KLD) }[/math]  zurückgreifen, in der Literatur teilweise auch  „relative Entropien”  genannt.

Angepasst an das vorliegende Beispiel lauten diese:

[math]\displaystyle{ D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \hspace{0.15cm} = \hspace{0.15cm} {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(X)}{P_Y(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{I} P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm}, }[/math]
Beiliegende Ergebnistabelle
[math]\displaystyle{ D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) \hspace{0.15cm} = \hspace{0.15cm} {\rm E} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(X)}{P_X(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{\infty} P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} \hspace{0.05cm}. }[/math]

Bei Verwendung von  [math]\displaystyle{ \log_2 }[/math]  ist dem Zahlenwert die Pseudo–Einheit „bit” hinzuzufügen.

In nebenstehender Tabelle ist die Kullback–Leibler–Distanz  [math]\displaystyle{ D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) }[/math]  (in „bit”)  zwischen der Binomial–PMF  [math]\displaystyle{ P_X(\cdot) }[/math]  und einigen Poisson–Näherungen  [math]\displaystyle{ P_Y(\cdot) }[/math]  [math]\displaystyle{ ( }[/math]mit fünf verschiedenen Raten [math]\displaystyle{ \lambda) }[/math]  eingetragen.

  • Die jeweilige Entropie  [math]\displaystyle{ H(Y) }[/math], die ebenfalls von der Rate  [math]\displaystyle{ \lambda }[/math]  abhängt, ist in der ersten Zeile angegeben.
  • Die Spalten für  [math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math]  sind in den Teilaufgaben  (3)  und (4)  zu ergänzen.
  • In der Teilaufgabe  (6)  sollen diese Ergebnisse interpretiert werden.



Hinweise:

[math]\displaystyle{ A\hspace{0.05cm}' = 0.4096 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.4096}{0.3679} + 0.2048 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.2048}{0.1839} + 0.0512 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0512}{0.0613} + 0.0064 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0064}{0.0153} + 0.0003 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.0003}{0.0031} \hspace{0.05cm}, }[/math]
[math]\displaystyle{ B\hspace{0.05cm}' = 0.1839 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.1839) + 0.0613 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0613) + 0.0153 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0153) + 0.0031 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0031) + 0.0005 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0005) + 0.0001 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.0001) }[/math]
[math]\displaystyle{ \Rightarrow \hspace{0.3cm} A\hspace{0.05cm}' \hspace{0.15cm} \underline {= 0.021944} \hspace{0.05cm},\hspace{0.5cm} B\hspace{0.05cm}' \hspace{0.15cm} \underline {= -0.24717} \hspace{0.05cm}. }[/math]


Fragebogen

1 Wie lauten die Kenngrößen der vorliegenden Binomialverteilung?  Hinweis:  Geben Sie (maximal) eine Nachkommastelle ein.

[math]\displaystyle{ I \hspace{0.47cm} = \ }[/math]
[math]\displaystyle{ p \hspace{0.47cm} = \ }[/math]
[math]\displaystyle{ m_x \ = \ }[/math]
[math]\displaystyle{ \sigma^2_x \hspace{0.25cm} = \ }[/math]

2 Welche Kullback–Leibler–Distanz sollte man hier verwenden?

Keine der beiden Distanzen ist anwendbar.
[math]\displaystyle{ D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) }[/math]  ist besser geeignet.
[math]\displaystyle{ D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) }[/math]  ist besser geeignet.
Beide Kullback–Leibler–Distanzen sind anwendbar.

3 Berechnen Sie die geeignete Kullback–Leibler–Distanz  [math]\displaystyle{ ( }[/math]hier mit  [math]\displaystyle{ D }[/math]  abgekürzt[math]\displaystyle{ ) }[/math]  für  [math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math].  Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße  [math]\displaystyle{ A\hspace{0.05cm}' }[/math].

[math]\displaystyle{ D \ = \ }[/math] [math]\displaystyle{ \ \rm bit }[/math]

4 Berechnen Sie die Entropie  [math]\displaystyle{ H(Y) }[/math]  der Poisson–Näherung mit der Rate  [math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math].  Berücksichtigen Sie die Hilfsgröße  [math]\displaystyle{ B\hspace{0.05cm}' }[/math].

[math]\displaystyle{ H(Y) \ = \ }[/math] [math]\displaystyle{ \ \rm bit }[/math]

5 Welche der folgenden Aussagen sind zutreffend?

Bei der  [math]\displaystyle{ H(Y) }[/math]–Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.
Bei der  [math]\displaystyle{ D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) }[/math]–Berechnung haben alle Terme gleiches Vorzeichen.

6 Wie interpretieren Sie die vervollständigte Ergebnistabelle?

Nach der Kullback–Leibler–Distanz sollte man  [math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math]  wählen.
[math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math]  garantiert die beste Approximation  [math]\displaystyle{ H(Y) &asymp; H(X) }[/math].


Musterlösung

(1)  Bei der Binomialverteilung sind alle Wahrscheinlichkeiten  [math]\displaystyle{ {\rm Pr}(X > I) = 0 }[/math]   ⇒   [math]\displaystyle{ \underline{I = 5} }[/math].  Damit ergibt sich für die Wahrscheinlichkeit, dass  [math]\displaystyle{ X =I = 5 }[/math]  ist:

[math]\displaystyle{ {\rm Pr} (X = 5) = {5 \choose 5} \cdot p^{5} = p^{5} \approx 0.0003 \hspace{0.05cm}. }[/math]

Somit erhält man für

  • die charakteristische Wahrscheinlichkeit:   [math]\displaystyle{ p= (0.0003)^{1/5} = 0.1974 \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.2}\hspace{0.05cm}, }[/math]
  • den linearen Mittelwert (Erwartungswert):   [math]\displaystyle{ m_X = I \cdot p \hspace{0.15cm} \underline {= 1}\hspace{0.05cm}, }[/math]
  • die Varianz:   [math]\displaystyle{ \sigma_X^2 = I \cdot p \cdot (1-p) \hspace{0.15cm} \underline {= 0.8}\hspace{0.05cm}. }[/math]



(2)  Richtig ist der Lösungsvorschlag 2:

  • Bei Verwendung von  [math]\displaystyle{ D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) }[/math]  würde sich unabhängig von  [math]\displaystyle{ &lambda; }[/math]  stets ein unendlicher Wert ergeben, da für  [math]\displaystyle{ \mu &#8805; 6 }[/math]  gilt:
[math]\displaystyle{ P_X (X = \mu) = 0 \hspace{0.05cm},\hspace{0.3cm}P_Y (Y = \mu) \ne 0 \hspace{0.05cm}. }[/math]
  • Auch wenn die Wahrscheinlichkeiten  [math]\displaystyle{ P_Y (Y = \mu) }[/math]  für große  [math]\displaystyle{ &mu; }[/math]  sehr klein werden, sind sie doch „unendlich viel größer” als  [math]\displaystyle{ P_X (X = \mu) }[/math].



(3)  Wir verwenden die erste Kullback–Leibler–Distanz:

[math]\displaystyle{ D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 0}^{5} P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm}. }[/math]
  • Bei Verwendung des Zehnerlogarithmus  [math]\displaystyle{ (\lg) }[/math]  erhalten wir für die Poisson–Näherung mit  [math]\displaystyle{ \lambda = 1 }[/math]:
[math]\displaystyle{ D \hspace{0.05cm}' = 0.3277 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.3277}{0.3679} + A \hspace{0.05cm}' = -0.016468 + 0.021944 = 0.005476 \hspace{0.05cm}. }[/math]
  • Nach Umrechnung auf den Zweierlogarithmus  [math]\displaystyle{ (\log_2) }[/math]  erhält man schließlich:
[math]\displaystyle{ D = D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{0.005476}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {\approx 0.0182\ {\rm (bit)}}\hspace{0.05cm}. }[/math]


(4)  Unter Verwendung des Zehnerlogarithmus lautet die Entropie der Poisson–Näherung  [math]\displaystyle{ (\lambda = 1) }[/math]:

[math]\displaystyle{ H\hspace{0.05cm}'(Y) = -{\rm E} \left [{\rm lg} \hspace{0.1cm} {P_Y(Y)} \right ] = -2 \cdot 0.3679 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm} (0.3679) - B\hspace{0.05cm}' = 0.31954 + 0.24717 = 0.56126. }[/math]
  • Die Umrechnung in „bit” liefert das gesuchte Ergebnis:
[math]\displaystyle{ H(Y) = \frac{0.56126}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.864\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}. }[/math]


(5)  Richtig ist die Aussage 1.  Bei der numerischen Berechnung der Kullback–Leibler–Distanz ist

  • der Beitrag des  [math]\displaystyle{ &mu; }[/math]–ten Terms positiv, falls  [math]\displaystyle{ P_Y(\mu) > P_X(\mu) }[/math],
  • der Beitrag des  [math]\displaystyle{ &mu; }[/math]–ten Terms negativ, falls  [math]\displaystyle{ P_Y(\mu) < P_X(\mu) }[/math].


Kullback–Leibler–Distanz und Entropie


(6)  Zutreffend ist der Lösungsvorschlag 1:

  • Auch aus der Grafik ist ersichtlich, dass  [math]\displaystyle{ D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) =0.0182 }[/math]  bit  von keinem anderen  [math]\displaystyle{ &lambda; }[/math]–Wert als  [math]\displaystyle{ &lambda; = 1 }[/math]  unterschritten wird (grüne Kreuze).
  • Weiter erkennt man aus dieser Darstellung, dass man mit  [math]\displaystyle{ &lambda; = 0.9 }[/math]  eine bessere Entropie–Approximation als mit  [math]\displaystyle{ &lambda; = 1 }[/math]  erreicht (blaue Kreise):
[math]\displaystyle{ H(Y) = 1.795\ {\rm bit} \hspace{0.15cm}\approx \hspace{0.15cm} H(X) = 1.793\ {\rm bit}\hspace{0.05cm}. }[/math]
Der zweite Lösungsvorschlag ist also falsch.
  • Mit  [math]\displaystyle{ &lambda; = 1 }[/math]  stimmen die  linearen Mittelwerte  der beiden Zufallsgrößen überein:
[math]\displaystyle{ m_X = m_Y= 1. }[/math]
  • Mit  [math]\displaystyle{ &lambda; = 0.9 }[/math] stimmen die  quadratischen Mittelwerte  überein:
[math]\displaystyle{ m_X + \sigma_X^2 = m_Y + \sigma_Y^2= 1.8. }[/math]

Ob diese Aussage relevant ist, lassen wir dahingestellt. 

Denn:   Aufgrund der stetigen Zunahme von  [math]\displaystyle{ H(Y) }[/math]  mit zunehmendem  [math]\displaystyle{ &lambda; }[/math]  ist klar, dass für irgendeinen  [math]\displaystyle{ &lambda; }[/math]–Wert tatsächlich  [math]\displaystyle{ H(Y) = H(X) }[/math]  gelten muss.