Aufgaben:Aufgabe 3.10Z: ML–Decodierung von Faltungscodes: Unterschied zwischen den Versionen

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In dieser Aufgabe soll der Zusammenhang zwischen der  [[Kanalcodierung/Zielsetzung_der_Kanalcodierung#Einige_wichtige_Definitionen_zur_Blockcodierung| Hamming–Distanz]]  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$  sowie der  [[Kanalcodierung/Kanalmodelle_und_Entscheiderstrukturen#Maximum-Likelihood.E2.80.93Entscheidung_beim_AWGN.E2.80.93Kanal| Euklidischen Distanz]]
In dieser Aufgabe soll der Zusammenhang zwischen der  [[Kanalcodierung/Zielsetzung_der_Kanalcodierung#Einige_wichtige_Definitionen_zur_Blockcodierung| Hamming–Distanz]]  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$  sowie der  [[Kanalcodierung/Kanalmodelle_und_Entscheiderstrukturen#Maximum-Likelihood.E2.80.93Entscheidung_beim_AWGN.E2.80.93Kanal| Euklidischen Distanz]]
:$$d_{\rm E}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) =
:$$d_{\rm E}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \sqrt{\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2}\hspace{0.05cm}$$
\sqrt{\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2}\hspace{0.05cm}$$


ermittelt werden. Anschließend ist das obige ML–Kriterium  zu formulieren mit  
ermittelt werden. Anschließend ist das obige ML–Kriterium  zu formulieren mit  
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*Die Hamming–Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ gibt die Anzahl der Bit an, in denen sich $\underline{x}$ und $\underline{y}$ unterscheiden, für die also $x_i \, - y_i = ±2$   ⇒   $ (x_i \, - y_i)^2 = 4$ gilt.  
*Die Hamming–Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ gibt die Anzahl der Bit an, in denen sich $\underline{x}$ und $\underline{y}$ unterscheiden, für die also $x_i \, - y_i = ±2$   ⇒   $ (x_i \, - y_i)^2 = 4$ gilt.  
*Gleiche Symbole $(x_i = y_i)$ tragen zur Hamming&ndash;Distanz nicht bei und ergeben $(x_i \, &ndash; y_i)^2 = 0$. Nach dem <u>Lösungsvorschlag 3</u> kann daher geschrieben werden:
*Gleiche Symbole $(x_i = y_i)$ tragen zur Hamming&ndash;Distanz nicht bei und ergeben $(x_i \, &ndash; y_i)^2 = 0$. Nach dem <u>Lösungsvorschlag 3</u> kann daher geschrieben werden:
:$$ d_{\rm H}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) =
:$$ d_{\rm H}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \frac{1}{4} \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2= \frac{1}{4} \cdot d_{\rm E}^2(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$
\frac{1}{4} \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2= \frac{1}{4} \cdot d_{\rm E}^2(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$




'''(2)'''&nbsp; <u>Alle Lösungsvorschläge</u> sind richtig:
'''(2)'''&nbsp; <u>Alle Lösungsvorschläge</u> sind richtig:
*Beim BSC&ndash;Modell ist es allgemein üblich, zum gegebenen Empfangsvektor $\underline{y}$ das Codewort $\underline{x}$ mit der kleinsten Hamming&ndash;Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ auszuwählen:
*Beim BSC&ndash;Modell ist es allgemein üblich, zum gegebenen Empfangsvektor $\underline{y}$ das Codewort $\underline{x}$ mit der kleinsten Hamming&ndash;Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ auszuwählen:
:$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm}
:$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm H}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$
d_{\rm H}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$
*Entsprechend der Teilaufgabe '''(1)''' gilt aber auch:
*Entsprechend der Teilaufgabe '''(1)''' gilt aber auch:
:$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm}
:$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})/4 \hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) \hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) \hspace{0.05cm}.$$
d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})/4
\hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm}
d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})
\hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm}
d_{\rm E}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})
\hspace{0.05cm}.$$


*Der Faktor $1/4$ spielt für die Minimierung keine Rolle. Da $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y}) &#8805; 0$ ist, ist es auch egal, ob die Minimierung hinsichtlich $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$ oder $d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})$ erfolgt.  
*Der Faktor $1/4$ spielt für die Minimierung keine Rolle. Da $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y}) &#8805; 0$ ist, ist es auch egal, ob die Minimierung hinsichtlich $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$ oder $d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})$ erfolgt.  
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'''(3)'''&nbsp; Richtig ist der <u>Lösungsvorschlag 2</u>:
'''(3)'''&nbsp; Richtig ist der <u>Lösungsvorschlag 2</u>:
*Das Quadrat der Euklidischen Distanz kann wie folgt ausgedrückt werden:
*Das Quadrat der Euklidischen Distanz kann wie folgt ausgedrückt werden:
:$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) =
:$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2 = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i \hspace{0.05cm}.$$
\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2 =  
\hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2}
\hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i
\hspace{0.05cm}.$$


*Die beiden ersten Summanden sind jeweils gleich $L$ und müssen für die Minimierung nicht berücksichtigt werden.  
*Die beiden ersten Summanden sind jeweils gleich $L$ und müssen für die Minimierung nicht berücksichtigt werden.  
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*Für den AWGN&ndash;Kanal kann im Gegensatz zum BSC keine Hamming&ndash;Distanz angegeben werden.  
*Für den AWGN&ndash;Kanal kann im Gegensatz zum BSC keine Hamming&ndash;Distanz angegeben werden.  
*Ausgehend von der Gleichung
*Ausgehend von der Gleichung
:$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) =  
:$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x}  \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i$$
\hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2}
\hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i$$


:gelten für den ersten und letzten Summanden die gleichen Aussagen wie für das BSC&ndash;Modell &ndash; siehe Teilaufgabe (3).  
:gelten für den ersten und letzten Summanden die gleichen Aussagen wie für das BSC&ndash;Modell &ndash; siehe Teilaufgabe (3).  
*Für den mittleren Summanden gilt mit $y_i = x_i + n_i$ und $x_i &#8712; \{&ndash;1, \, +1\}$:  
*Für den mittleren Summanden gilt mit $y_i = x_i + n_i$ und $x_i &#8712; \{&ndash;1, \, +1\}$:  
:$$\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} =  
:$$\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} n_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot n_i \hspace{0.05cm}.$$
\hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} n_i^{\hspace{0.15cm}2}
\hspace{0.1cm}+2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot n_i \hspace{0.05cm}.$$


*Der erste Summand ergibt wieder $L$, der zweite ist proportional zur Rauschleistung und der letzte Term verschwindet, da $\underline{x}$ und $\underline{n}$ unkorreliert sind.  
*Der erste Summand ergibt wieder $L$, der zweite ist proportional zur Rauschleistung und der letzte Term verschwindet, da $\underline{x}$ und $\underline{n}$ unkorreliert sind.  

Version vom 27. Februar 2026, 15:59 Uhr

Gesamtsystemmodell
Coder – Kanal – Viterbi

Der Viterbi–Algorithmus stellt die bekannteste Realisierungsform für die Maximum–Likelihood–Decodierung eines Faltungscodes dar. Wir gehen hier von folgendem Modell aus:

  • Die Informationssequenz  $\underline{u}$  wird durch einen Faltungscode in die Codesequenz  $\underline{x}$  umgesetzt. Es gelte  $u_i ∈ \{0, \, 1\}$. Dagegen werden die Codesymbole bipolar dargestellt   ⇒   $x_i ∈ \{–1, \, +1\}$.
  • Der Kanal sei durch das  BSC–Modell  gegeben   ⇒   $y_i ∈ \{–1, \, +1\}$  oder es wird der  AWGN–Kanal  vorausgesetzt   ⇒   reellwertige Empfangswerte  $y_i$.
  • Bei gegebener Empfangssequenz  $\underline{y}$  entscheidet sich der Viterbi–Algorithmus für die Codesequenz  $\underline{z}$  gemäß
$$\underline{z} = {\rm arg} \max_{\underline{x}_{\hspace{0.03cm}i} \hspace{0.03cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} {\rm Pr}( \underline{x}_{\hspace{0.03cm}i} |\hspace{0.05cm} \underline{y} ) \hspace{0.05cm}.$$
$$\underline{z} = {\rm arg} \max_{\underline{x}_{\hspace{0.03cm}i} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} {\rm Pr}( \underline{y} \hspace{0.05cm}|\hspace{0.05cm} \underline{x}_{\hspace{0.03cm}i} ) \hspace{0.05cm}.$$
  • Als weiteres Ergebnis gibt der Viterbi–Algorithmus zusätzlich die Sequenz  $\underline{v}$  als Schätzung für die Informationssequenz  $\underline{u}$  aus.


In dieser Aufgabe soll der Zusammenhang zwischen der  Hamming–Distanz  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$  sowie der  Euklidischen Distanz

$$d_{\rm E}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \sqrt{\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2}\hspace{0.05cm}$$

ermittelt werden. Anschließend ist das obige ML–Kriterium zu formulieren mit

  • der Hamming–Distanz  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$,
  • der Euklidischen Distanz  $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$, und
  • dem  Korrelationswert  $〈 x \cdot y 〉$.





Hinweise:



Fragebogen

1 Wie hängen  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$  und  $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$  beim BSC–Modell zusammen?

Es gilt  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y}) = d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$.
Es gilt  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y}) = d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})$.
Es gilt  $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y}) = d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})/4$.

2 Welche der Gleichungen beschreiben die ML–Decodierung beim BSC–Modell? Die Minimierung/Maximierung bezieht sich jeweils auf alle  $\underline{x} ∈\mathcal{ C}$.

$\underline{z} = \arg \min {d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})}$,
$\underline{z} = \arg \min {d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})}$,
$\underline{z} = \arg \min {d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})}$,

3 Welche Gleichung beschreibt die ML–Entscheidung beim BSC–Modell?

$\underline{z} = \arg \min 〈 \underline{x} \cdot \underline{y} 〉$,
$\underline{z} = \arg \max 〈 \underline{x} \cdot \underline{y} 〉$.

4 Welche Gleichungen gelten für die ML–Entscheidung beim AWGN–Modell?

$\underline{z} = \arg \min {d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})}$,
$\underline{z} = \arg \min {d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})}$,
$\underline{z} = \arg \max 〈 \underline{x} \cdot \underline{y} 〉$.


Musterlösung

(1)  Richtig ist der Lösungsvorschlag 3:

  • Die zwei Binärfolgen seien $\underline{x}$ und $\underline{y}$ mit $x_i ∈ \{-1, \, +1\}, \ y_i ∈ \{-1, \, +1\}$. Die Folgenlänge sei jeweils $L$.
  • Die Hamming–Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ gibt die Anzahl der Bit an, in denen sich $\underline{x}$ und $\underline{y}$ unterscheiden, für die also $x_i \, - y_i = ±2$   ⇒   $ (x_i \, - y_i)^2 = 4$ gilt.
  • Gleiche Symbole $(x_i = y_i)$ tragen zur Hamming–Distanz nicht bei und ergeben $(x_i \, – y_i)^2 = 0$. Nach dem Lösungsvorschlag 3 kann daher geschrieben werden:
$$ d_{\rm H}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \frac{1}{4} \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2= \frac{1}{4} \cdot d_{\rm E}^2(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$


(2)  Alle Lösungsvorschläge sind richtig:

  • Beim BSC–Modell ist es allgemein üblich, zum gegebenen Empfangsvektor $\underline{y}$ das Codewort $\underline{x}$ mit der kleinsten Hamming–Distanz $d_{\rm H}(\underline{x}, \, \underline{y})$ auszuwählen:
$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm H}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})\hspace{0.05cm}.$$
  • Entsprechend der Teilaufgabe (1) gilt aber auch:
$$\underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y})/4 \hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) \hspace{0.2cm}\Rightarrow \hspace{0.2cm} \underline{z} = {\rm arg} \min_{\underline{x} \hspace{0.05cm} \in \hspace{0.05cm} \mathcal{C}} \hspace{0.1cm} d_{\rm E}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) \hspace{0.05cm}.$$
  • Der Faktor $1/4$ spielt für die Minimierung keine Rolle. Da $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y}) ≥ 0$ ist, ist es auch egal, ob die Minimierung hinsichtlich $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$ oder $d_{\rm E}^2(\underline{x}, \, \underline{y})$ erfolgt.


(3)  Richtig ist der Lösungsvorschlag 2:

  • Das Quadrat der Euklidischen Distanz kann wie folgt ausgedrückt werden:
$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.2cm}(x_i - y_i)^2 = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i \hspace{0.05cm}.$$
  • Die beiden ersten Summanden sind jeweils gleich $L$ und müssen für die Minimierung nicht berücksichtigt werden.
  • Für den letzten Ausdruck in dieser Gleichung kann $–2 \cdot 〈 \underline{x}, \, \underline{y} 〉$ geschrieben werden.
  • Aufgrund des negativen Vorzeichens wird aus der Minimierung eine Maximierung   ⇒   Antwort 2.


(4)  Richtig sind die Lösungsvorschläge 2 und 3.:

  • Für den AWGN–Kanal kann im Gegensatz zum BSC keine Hamming–Distanz angegeben werden.
  • Ausgehend von der Gleichung
$$d_{\rm E}^{\hspace{0.15cm}2}(\underline{x} \hspace{0.05cm}, \hspace{0.1cm}\underline{y}) = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}-2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot y_i$$
gelten für den ersten und letzten Summanden die gleichen Aussagen wie für das BSC–Modell – siehe Teilaufgabe (3).
  • Für den mittleren Summanden gilt mit $y_i = x_i + n_i$ und $x_i ∈ \{–1, \, +1\}$:
$$\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} y_i^{\hspace{0.15cm}2} = \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+ \hspace{0.1cm}\sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} n_i^{\hspace{0.15cm}2} \hspace{0.1cm}+2 \cdot \sum_{i=1}^{L} \hspace{0.1cm} x_i \cdot n_i \hspace{0.05cm}.$$
  • Der erste Summand ergibt wieder $L$, der zweite ist proportional zur Rauschleistung und der letzte Term verschwindet, da $\underline{x}$ und $\underline{n}$ unkorreliert sind.
  • Für die Minimerung von $d_{\rm E}(\underline{x}, \, \underline{y})$ muss also die Summe über $y_i^2$ nicht berücksichtigt werden, da kein Bezug zu den Codesequenzen $\underline{x}$ besteht.