Aufgaben:Aufgabe 4.3Z: Umrechnungen von L–Wert und S–Wert: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:P_ID3093__KC_Z_4_3neu_v1.png|right|right|frame|Funktion $y = \tanh {(x)}$ in Tabellenform]]
[[Datei:P_ID3093__KC_Z_4_3neu_v1.png|right|right|frame|Funktion  $y = \tanh {(x)}$  in Tabellenform]]
Wir gehen von einer binären Zufallsgröße $x ∈ \{+1, \, -1\}$ mit folgenden Wahrscheinlichkeiten aus:
Wir gehen von einer binären Zufallsgröße  $x ∈ \{+1, \, -1\}$  mit folgenden Wahrscheinlichkeiten aus:
:$${\rm Pr}(x =+1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} p\hspace{0.05cm},$$
:$${\rm Pr}(x =+1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} p\hspace{0.05cm},$$
:$${\rm Pr}(x =-1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} q = 1-p\hspace{0.05cm}.$$
:$${\rm Pr}(x =-1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} q = 1-p\hspace{0.05cm}.$$


Die „Zuverlässigkeit” des Symbols $x$ kann ausgedrückt werden
Die „Zuverlässigkeit” des Symbols  $x$  kann ausgedrückt werden
* durch den $L$–Wert entsprechend der Definition
* durch den  $L$–Wert entsprechend der Definition
:$$L(x) = {\rm ln} \hspace{0.2cm}  \frac{p}{q} = \frac{p}{1 - p}\hspace{0.05cm}
:$$L(x) = {\rm ln} \hspace{0.2cm}  \frac{p}{q} = \frac{p}{1 - p}\hspace{0.05cm}
  \hspace{0.05cm},$$
  \hspace{0.05cm},$$
* durch den so genannten $S$–Wert
* durch den so genannten  $S$–Wert
:$$S(x) = p- q \hspace{0.05cm}.$$
:$$S(x) = p- q \hspace{0.05cm}.$$


Den Begriff „$S$–Wert” haben wir kreiert, um die folgenden Fragen griffiger formulieren zu können. In der Literatur findet man hierfür manchmal die Bezeichung „Soft Bit”.
Den Begriff „$S$–Wert” haben wir kreiert, um die folgenden Fragen griffiger formulieren zu können. In der Literatur findet man hierfür manchmal die Bezeichung  „Soft Bit”.


Wie in Teilaufgabe (1) gezeigt werden soll, können $L(x)$ und $S(x)$ ineinander umgerechnet werden.
Wie in Teilaufgabe '''(1)''' gezeigt werden soll, können  $L(x)$  und  $S(x)$  ineinander umgerechnet werden.


Anschließend sollen diese Funktionen zur Berechnung der folgenden Größen berechnet werden, wobei stets von der Codelänge $n = 3$ ausgegangen wird:
Anschließend sollen diese Funktionen zur Berechnung der folgenden Größen herangezogen werden, wobei stets von der Codelänge  $n = 3$  ausgegangen wird:
* der extrinsische $L$–Wert für das dritte Symbol  ⇒  $L_{\rm E}(x_3)$,
* der extrinsische  $L$–Wert für das dritte Symbol   ⇒   $L_{\rm E}(x_3)$,
* der Aposteriori–$L$–Wert für das dritte Symbol  ⇒  $L_{\rm APP}(x_3)$.
* der Aposteriori–$L$–Wert für das dritte Symbol   ⇒   $L_{\rm APP}(x_3)$.




Die Berechnung soll für folgende Codes erfolgen:
Die Berechnung soll für folgende Codes erfolgen:
* den Wiederholungscode  [[Kanalcodierung/Beispiele_bin%C3%A4rer_Blockcodes#Wiederholungscodes| RC (3, 1, 3)]] mit der Nebenbedingung $\sign {(x_1)} = \sign {(x_2)} = \sign {(x_3)}$,
* den Wiederholungscode  [[Kanalcodierung/Beispiele_bin%C3%A4rer_Blockcodes#Wiederholungscodes|$\text{RC (3, 1, 3)}$]]  mit der Nebenbedingung  $\sign {(x_1)} = \sign {(x_2)} = \sign {(x_3)}$,
* den Single Parity–Code   ⇒   [[Kanalcodierung/Beispiele_bin%C3%A4rer_Blockcodes#Single_Parity.E2.80.93check_Codes_.281.29| SPC (3, 2, 2)]] mit der Nebenbedingung $x_1 \cdot x_2 \cdot x_3 = +1$.
* den Single Parity–Code   ⇒   [[Kanalcodierung/Beispiele_bin%C3%A4rer_Blockcodes#Single_Parity.E2.80.93check_Codes_.281.29|$\text{SPC (3, 2, 2)}$]]  mit der Nebenbedingung  $x_1 \cdot x_2 \cdot x_3 = +1$.
 
 
 




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* Die Aufgabe gehört zum Kapitel [[Kanalcodierung/Soft%E2%80%93in_Soft%E2%80%93out_Decoder| Soft–in Soft–out Decoder]].
* Die Aufgabe gehört zum Kapitel  [[Kanalcodierung/Soft%E2%80%93in_Soft%E2%80%93out_Decoder| Soft–in Soft–out Decoder]].
* Bezug genommen wird insbesondere auf die Seite [[Kanalcodierung/Soft–in_Soft–out_Decoder#Zuverl.C3.A4ssigkeitsinformation_.E2.80.93_Log_Likelihood_Ratio| Zuverlässigkeitsinformation – Log Likelihood Ratio]].
* Bezug genommen wird insbesondere auf die Seite  [[Kanalcodierung/Soft–in_Soft–out_Decoder#Zuverl.C3.A4ssigkeitsinformation_.E2.80.93_Log_Likelihood_Ratio| Zuverlässigkeitsinformation – Log Likelihood Ratio]].
* Zur Lösung benötigen Sie den <i>Tangens Hyperbolikus</i> entsprechend folgender Definition (diese Funktion ist oben in Tabellenform angegeben):
* Zur Lösung benötigen Sie den&nbsp; <i>Tangens Hyperbolikus</i>&nbsp; entsprechend folgender Definition (diese Funktion ist oben in Tabellenform angegeben):
:$$y = {\rm tanh}(x) = \frac{{\rm e}^{+x/2} - {\rm e}^{-x/2}}{{\rm e}^{+x/2} + {\rm e}^{-x/2}}  
:$$y = {\rm tanh}(x) = \frac{{\rm e}^{+x/2} - {\rm e}^{-x/2}}{{\rm e}^{+x/2} + {\rm e}^{-x/2}}  
= \frac{1 - {\rm e}^{-x}}{1 + {\rm e}^{-x}}  
= \frac{1 - {\rm e}^{-x}}{1 + {\rm e}^{-x}}  

Version vom 5. Juli 2019, 09:52 Uhr

Funktion  $y = \tanh {(x)}$  in Tabellenform

Wir gehen von einer binären Zufallsgröße  $x ∈ \{+1, \, -1\}$  mit folgenden Wahrscheinlichkeiten aus:

$${\rm Pr}(x =+1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} p\hspace{0.05cm},$$
$${\rm Pr}(x =-1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} q = 1-p\hspace{0.05cm}.$$

Die „Zuverlässigkeit” des Symbols  $x$  kann ausgedrückt werden

  • durch den  $L$–Wert entsprechend der Definition
$$L(x) = {\rm ln} \hspace{0.2cm} \frac{p}{q} = \frac{p}{1 - p}\hspace{0.05cm}
\hspace{0.05cm},$$
  • durch den so genannten  $S$–Wert
$$S(x) = p- q \hspace{0.05cm}.$$

Den Begriff „$S$–Wert” haben wir kreiert, um die folgenden Fragen griffiger formulieren zu können. In der Literatur findet man hierfür manchmal die Bezeichung  „Soft Bit”.

Wie in Teilaufgabe (1) gezeigt werden soll, können  $L(x)$  und  $S(x)$  ineinander umgerechnet werden.

Anschließend sollen diese Funktionen zur Berechnung der folgenden Größen herangezogen werden, wobei stets von der Codelänge  $n = 3$  ausgegangen wird:

  • der extrinsische  $L$–Wert für das dritte Symbol   ⇒   $L_{\rm E}(x_3)$,
  • der Aposteriori–$L$–Wert für das dritte Symbol   ⇒   $L_{\rm APP}(x_3)$.


Die Berechnung soll für folgende Codes erfolgen:

  • den Wiederholungscode  $\text{RC (3, 1, 3)}$  mit der Nebenbedingung  $\sign {(x_1)} = \sign {(x_2)} = \sign {(x_3)}$,
  • den Single Parity–Code   ⇒   $\text{SPC (3, 2, 2)}$  mit der Nebenbedingung  $x_1 \cdot x_2 \cdot x_3 = +1$.




Hinweise:

$$y = {\rm tanh}(x) = \frac{{\rm e}^{+x/2} - {\rm e}^{-x/2}}{{\rm e}^{+x/2} + {\rm e}^{-x/2}}

= \frac{1 - {\rm e}^{-x}}{1 + {\rm e}^{-x}}

\hspace{0.05cm}.$$


Fragebogen

1 Welcher Zusammenhang besteht zwischen $S$–Wert und $L$–Wert?

$S(x) = \tanh {(L(x))}$,
$S(x) = \tanh {(L(x)/2)}$,
$L(x) = 2 \cdot \tanh^{-1}{(S(x))}$.

2 Betrachtet wird der (3, 1) Repetition Code. Für die Apriori–$L$–Werte gelte $\underline{L}_{\rm A} = (+2, -1, +3)$.
Wie groß ist der extrinsische $L$–Wert für das Symbol $x_3$?

$L_{\rm E}(x_3) \ = \ $

3 Wie groß ist in diesem Fall der Aposteriori–$L$–Wert für das Symbol $x_3$?

$L_{\rm APP}(x_3) \ = \ $

4 Wie groß ist der extrinsische $L$–Wert beim (3, 2) Single Parity–check Code? Es gelte weiterhin $\underline{L}_{\rm A} = (+2, -1, +3)$.

$L_{\rm E}(x_3) \ = \ $

5 Die Apriori–Wahrscheinlichkeiten seien nun $0.3, \ 0.8$ und $0.9$. Wie groß ist der extrinsische $L$–Wert für den Repetition Code?

$L_{\rm E}(x_3) \ = \ $

6 Welcher extrinsische $L$–Wert ergibt sich bei gleichen Voraussetzungen wie in (5) für den Single Parity–check Code?

$L_{\rm E}(x_3) \ = \ $


Musterlösung

(1)  Für die binäre Zufallsgröße $x ∈ \{+1, -1\}$ mit den Wahrscheinlichkeiten

  • $p = {\rm Pr}(x = +1)$, und
  • $p = {\rm Pr}(x=-1) = 1-p$


gelten folgende Definitionen:

$$L(x) = {\rm ln} \hspace{0.2cm} \frac{p}{q} = \frac{p}{1 - p}\hspace{0.05cm}
\hspace{0.3cm} \Rightarrow \hspace{0.3cm} 

-\infty \le L(x) \le +\infty \hspace{0.05cm},$$

$$S(x) = p- q = 2 \cdot p - 1\hspace{0.05cm}

\hspace{0.3cm} \Rightarrow \hspace{0.3cm} -1 \le S(x) \le +1

\hspace{0.05cm}.$$

Ausgehend vom $S$–Wert erhält man wegen $p + q = 1$:

$$S(x) = p- q = \frac{p- q}{p+ q} = \frac{1- q/p}{1+ q/p}
\hspace{0.05cm}.$$

Gleichzeitig gilt $q/p = {\rm e}^{-L(x)}$. Daraus folgt:

$$S(x) = \frac{1- {\rm e}^{-L(x)}}{1+ {\rm e}^{-L(x)}}
\hspace{0.05cm}.$$


Multipliziert man Zähler und Nenner mit $\exp {[-L(x)/2]}$, so erhält man schließlich:

$$S(x) = \frac{{\rm e}^{+L(x)/2}- {\rm e}^{-L(x)/2}}{{\rm e}^{+L(x)/2}+ {\rm e}^{-L(x)/2}}

= {\rm tanh}[L(x)/2]

\hspace{0.05cm}.$$
Zusammenhang zwischen Wahrscheinlichkeit, $L$–Wert, $S$–Wert
Die Umkehrfunktion ergibt
$$L(x) = 2 \cdot {\rm tanh}^{-1}[S(x)]
\hspace{0.05cm}.$$


Richtig sind somit die Lösungsvorschläge 2 und 3. Die Tabelle zeigt den $L$–Wert $S$–Wert für einige Wahrscheinlichkeiten $p = {\rm Pr}(x=+1)$.


(2)  Der extrinsische $L$–Wert für das Symbol $x_3$ berücksichtigt nur die Apriori–$L$–Werte $L_{\rm A}(x_1)$ und $L_{\rm A}(x_2)$, nicht jedoch $L_{\rm A}(x_3)$. Beim (3, 1) Repetition Code ergibt sich hierfür:

$$L_{\rm E}(x_3) = L_{\rm A}(x_1) + L_{\rm A}(x_2) = 2 + (-1)

\hspace{0.15cm} \underline{= +1}\hspace{0.05cm}.$$


(3)  Für den Aposteriori–$L$–Wert erhält man somit:

$$L_{\rm APP}(x_3) = L_{\rm A}(x_3) + L_{\rm E}(x_3) = 3 + 1

\hspace{0.15cm} \underline{= +4}\hspace{0.05cm}.$$


(4)  Beim Single Parity–check Code lautet die entsprechende Berechnungsvorschrift:

$$L_{\rm E}(x_3) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} 2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}
\left [  {\rm tanh}(x_1/2) \cdot {\rm tanh}(x_2/2)  \right ] =  2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}
\left [  {\rm tanh}(+1) \cdot {\rm tanh}(-0.5)  \right ] =

2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}

\left [  0.7616 \cdot (-0.4621)  \right ] $$
$$\Rightarrow \hspace{0.3cm}L_{\rm E}(x_3) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} 2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}
\left [  -0.3519  \right ] =-2 \cdot 0.3676\hspace{0.15cm} \underline{= -0.7352}\hspace{0.05cm}.$$

Das Ergebnis ${\rm tanh}^{-1} (-0.3519) = 0.3676$ wurde der Tabelle auf der Angabenseite entnommen.


(5)  Beim Wiederholungscode der Länge $n = 3$ gilt wie in der Teilaufgabe (3):

$$L_{\rm E}(x_3) = L_{\rm A}(x_1) + L_{\rm A}(x_2) = -0.847 +1.382

\hspace{0.15cm} \underline{= +0.535}\hspace{0.05cm}.$$

Benutzt wurden hierbei die $L$–Werte entsprechend der Tabelle zur Teilaufgabe (1), zum Beispiel ${\rm Pr}(x_1 = +1) = 0.3$   ⇒   $L_{\rm A}(x_1) = -0.847$.


(6)  Nachdem hier anstelle der Apriori–$L$–Werte die Apriori–Wahrscheinlichkeiten gegeben sind, kommt man gegenüber der Teilaufgabe (4) auf dem Umweg über den extrinsischen $S$–Wert schneller zum Erfolg.

Die extrinsische Wahrscheinlichkeit für das dritte Symbol bezeichnen wir hier mit $P_{\rm E}(x_3)$. Für diese gilt:

$$P_{\rm E}(x_3 = +1) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} P_{\rm A}(x_1 = +1) \cdot P_{\rm A}(x_2 = -1) +

P_{\rm A}(x_1 = -1) \cdot P_{\rm A}(x_2 = +1) = 0.3 \cdot (1-0.8) + (1-0.3) \cdot 0.8 = 0.62\hspace{0.05cm}.$$

Daraus ergeben sich für die weiteren Größen:

$$S_{\rm E}(x_3) = P_{\rm E}(x_3 = +1) - P_{\rm E}(x_3 = - 1) = 0.62 -0.38 = 0.24\hspace{0.05cm},$$
$$L_{\rm E}(x_3) = 2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}
\left [  S_{\rm E}(x_3) \right ] 

= 2 \cdot {\rm tanh}^{-1} \hspace{0.05cm}

(0.24) = 2 \cdot 0.245

\hspace{0.15cm} \underline{= +0.49}\hspace{0.05cm}$$