Exercises:Exercise 3.4Z: GSM Full-Rate Voice Codec: Unterschied zwischen den Versionen

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#REDIRECT [[Aufgaben:Aufgabe 3.4Z: GSM–Vollraten–Sprachcodec]]
 
{{quiz-Header|Buchseite=Mobile Kommunikation/Gemeinsamkeiten von GSM und UMTS
 
}}
 
[[Datei:EN_Mob_A_3_4_Z.png|right|frame|LPC-, LTP- und RPE-Parameter beim GSM-Vollraten-Codec]]
Dieser 1991 für das GSM–System standardisierte Codec – dieses Kunstwort steht für eine gemeinsame Realisierung von Coder und Decoder – mit der englischen Bezeichnung ''GSM Fullrate Vocoder''   kombiniert drei Methoden zur Kompression von Sprachsignalen:
*Linear Predictive Coding ('''LPC'''),
*Long Term Prediction ('''LTP'''), und
*Regular Pulse Excitation ('''RPE''').
 
 
Die in der Grafik angegebenen Zahlen geben die Bitzahl an, die von den drei Einheiten dieses FR–Sprachcodecs pro Rahmen von jeweils   $20$   Millisekunden Dauer generiert werden.
 
Anzumerken ist dabei, dass LTP und RPE im Gegensatz zu LPC nicht rahmenweise, sondern mit Unterblöcken von   $5$   Millisekunden arbeiten. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Lösung der Aufgabe.
 
Das Eingangssignal in obiger Grafik ist das digitalisierte Sprachsignal   $s_{\rm R}(n)$.
 
Dieses entsteht aus dem analogen Sprachsignal   $s(t)$   durch
*eine geeignete Begrenzung auf die Bandbreite   $B$,
*Abtastung mit der Abtastrate   $f_{\rm A} = 8 \ \rm kHz$,
*Quantisierung mit   $13 \ \rm  Bit$,
*anschließender Segmentierung in Blöcke zu je   $20 \ \rm ms$.
 
 
Auf die weiteren Aufgaben der Vorverarbeitung soll hier nicht näher eingegangen werden.
 
 
 
 
 
 
 
''Hinweise:''
 
*Diese Aufgabe gehört zum Kapitel   [[Mobile_Kommunikation/Gemeinsamkeiten_von_GSM_und_UMTS|Gemeinsamkeiten von GSM und
UMTS]]. 
*Bezug genommen wird auch auf das Kapitel   [[Beispiele_von_Nachrichtensystemen/Sprachcodierung|Sprachcodierung]]   des Buches „Beispiele von Nachrichtensystemen”.
 
 
 
===Fragebogen===
 
<quiz display=simple>
 
{Auf welche Bandbreite&nbsp;  $B$&nbsp;  muss das Sprachsignal begrenzt werden?
|type="{}"}
$B \ = \ $ { 4 3% } $\ \rm kHz$
 
{Aus wie vielen Abtastwerten&nbsp;  $(N_{\rm R})$&nbsp;  besteht ein Sprachrahmen? Wie groß ist die Eingangsdatenrate&nbsp;  $R_{\rm In}$?
|type="{}"}
$N_{\rm R} \hspace{0.18cm} = \ $ { 160 3% } $\ \rm Abtastwerte$
$R_{\rm In} \hspace{0.15cm} = \ $ { 104 3% } $\ \rm kbit/s$
 
{Wie groß ist die Ausgangsdatenrate&nbsp;  $R_{\rm Out}$ des GSM-Vollraten-Codecs?
|type="{}"}
$R_{\rm Out} \ = \ $ { 13 3% } $\ \rm kbit/s$
 
 
{Welche Aussagen treffen hinsichtlich des Blocks „LPC” zu?
|type="[]"}
+ LPC macht eine Kurzzeitprädiktion über eine Millisekunde.
+ Die&nbsp;  $36$&nbsp;  LPC–Bits geben Koeffizienten an, die der Empfänger nutzt, um die LPC–Filterung rückgängig zu machen.
- Das Filter zur Kurzzeitprädiktion ist rekursiv.
- Das LPC–Ausgangssignal ist identisch mit dem Eingang&nbsp;  $s_{\rm R}(t)$.
 
{Welche Aussagen sind hinsichtlich des Blocks „LTP” zutreffend?
|type="[]"}
+ LTP entfernt periodische Strukturen des Sprachsignals.
- Die Langzeitprädiktion wird pro Rahmen einmal durchgeführt.
+ Das Gedächtnis des LTP–Prädiktors beträgt bis zu&nbsp;  $15 \ \rm ms$.
 
{Welche Aussagen treffen für den Block „RPE” zu?
|type="[]"}
- RPE liefert weniger Bits als LPC und LTP.
+ RPE entfernt für den subjektiven Eindruck unwichtige Anteile.
+ RPE unterteilt jeden Subblock nochmals in vier Teilfolgen.
- RPE wählt davon die Teilfolge mit der minimalen Energie aus.
 
</quiz>
 
===Musterlösung===
{{ML-Kopf}}
 
'''(1)'''&nbsp; Um das Abtasttheorem zu erfüllen, darf die Bandbreite $B$ nicht größer als $ f_{\rm A}/2 \hspace{0.15cm}\underline{= 4 \ \rm kHz}$ sein.
 
 
 
'''(2)'''&nbsp; Aus der gegebenen Abtastrate $f_{\rm A} = 8 \ \rm kHz$ ergibt sich ein Abstand zwischen einzelnen Samples von $T_{\rm A} = 0.125 \ \rm ms$.
*Somit besteht ein Sprachrahmen von $(20 {\rm ms})$ aus $N_{\rm R} = 20/0.125 = \underline{160 \ \rm Abtastwerten}$, jeweils quantisiert mit $13 \ \rm Bit$.
*Die Datenrate beträgt somit
:$$R_{\rm In} = \frac{160 \cdot 13}{20 \,{\rm ms}} \hspace{0.15cm} \underline {= 104\,{\rm kbit/s}}\hspace{0.05cm}.$$
 
 
 
'''(3)'''&nbsp;  Aus der Grafik ist ersichtlich, dass pro Sprachrahmen $36 \ {\rm  (LPC)} + 36 \ {\rm (LTP)} + 188 \ {\rm (RPE)} = 260 \ \rm Bit$ ausgegeben werden.
*Daraus berechnet sich die Ausgangsdatenrate zu
:$$R_{\rm Out} = \frac{260}{20 \,{\rm ms}} \hspace{0.15cm} \underline {= 13\,{\rm kbit/s}}\hspace{0.05cm}.$$
*Der vom Vollraten–Sprachcodec erzielte Kompressionsfaktor ist somit $104/13 = 8$.
 
 
 
'''(4)'''&nbsp; Nur die <u>beiden ersten Aussagen</u> sind zutreffend:
*Die 36 LPC&ndash;Bits beschreiben insgesamt acht Filterkoeffizienten eines nichtrekursiven Filters, wobei aus der Kurzzeitanalyse acht AKF&ndash;Werte ermittelt und diese nach der so genannten Schur-Rekursion in Reflexionsfaktoren $r_{k}$ umgerechnet werden.
*Aus diesen werden die acht LAR&ndash;Koeffizienten nach der Funktion ${\rm ln}[(1 - r_{k})/(1 + r_{k})]$ berechnet, mit einer unterschiedlichen Anzahl an Bits quantisiert und zum Empfänger geschickt.
*Das LPC–Ausgangssignal besitzt gegenüber seinem Eingang $s_{\rm R}(n)$ eine deutlich kleinere Amplitude, hat einen deutlich reduzierten Dynamikumfang und ein flacheres Spektrum.
 
 
 
'''(5)'''&nbsp; Richtig sind die <u>die Aussagen 1 und 3</u>, nicht jedoch die zweite:
*Die LTP&ndash;Analyse und &ndash;Filterung erfolgt blockweise alle $5 \ \rm ms$ (40 Abtastwerte), also viermal pro Sprachrahmen.
*Man bildet hierzu die Kreuzkorrelationsfunktion (KKF) zwischen dem aktuellen und den drei vorangegangenen Subblöcken.
*Für jeden Subblock werden dabei eine LTP&ndash;Verzögerung und eine LTP&ndash;Verstärkung ermittelt, die am besten zum Subblock passen.
*Berücksichtigt wird hierbei auch ein Korrektursignal der nachfolgenden Komponente &bdquo;RPE&rdquo;.
*Bei der Langzeitprädiktion ist wie bei der LPC der Ausgang gegenüber dem Eingang redundanzvermindert.
 
 
'''(6)'''&nbsp; Richtig sind die <u>Aussagen 2 und 3</u>:
*Dass die Aussage 1 falsch ist, erkennt man schon aus der Grafik auf der Angabenseite, da $188$ der $260$ Ausgabebits von der RPE stammen. Sprache wäre schon allein mit RPE (ohne LPC und LTP) verständlich.
*Zur letzten Aussage: Die RPE sucht natürlich die Teilfolge mit der '''maximalen''' Energie. Die RPE–Pulse sind eine Teilfolge (13 von 40  Abtastwerte) zu je drei Bit pro Teilrahmen von $5 \ \rm ms$ und dementsprechend $12 \ \rm  Bit$ pro $20 \ \rm ms$–Rahmen.
*Der „RPE–Pulse” belegt somit $13 \cdot 12 = 156$ der $260$ Ausgabebits.
 
 
Genaueres zum RPE–Block finden Sie auf der Seite [[Beispiele_von_Nachrichtensystemen/Sprachcodierung#Regular_Pulse_Excitation_.E2.80.93_RPE.E2.80.93Codierung|RPE&ndash;Codierung]] des Buches „Beispiele von Nachrichtensystemen”.
 
{{ML-Fuß}}
 
 
 
[[Category:Exercises for Mobile Communications|^3.2 Similarities between GSM and UMTS
^]]

Aktuelle Version vom 24. April 2026, 10:06 Uhr