Aufgaben:Aufgabe 2.6: Zur Huffman-Codierung: Unterschied zwischen den Versionen
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Wir betrachten hier eine Quellensymbolfolge & | Wir betrachten hier eine Quellensymbolfolge $\langle q_\nu \rangle$ mit dem Symbolumfang $M = 8$: | ||
:$$q_{\nu} | :$$q_{\nu} \in \{ \hspace{0.05cm}q_{\mu} \} = \{ \boldsymbol{\rm A} \hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm B}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm C}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm D}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm E}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm F}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm G}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm H}\hspace{0.05cm}\}\hspace{0.05cm}.$$ | ||
\}\hspace{0.05cm}.$$ | Sind die Symbole gleichwahrscheinlich, gilt also $p_{\rm A} = p_{\rm B} =$ ... $ = p_{\rm H} = 1/M$, so macht Quellencodierung keinen Sinn. Bereits mit dem Dualcode $\rm A$ → <b>000</b>, $\rm B$ → <b>001</b>, ... , $\rm H$ → <b>111</b>, erreicht nämlich dann die mittlere Codewortlänge $L_{\rm M}$ ihre untere Schranke $H$ gemäß dem Quellencodierungstheorem $(H$ bezeichnet hierbei die Quellenentropie$)$: | ||
Sind die Symbole gleichwahrscheinlich, also | |||
so macht Quellencodierung keinen Sinn. Bereits mit dem Dualcode | |||
:$$L_{\rm M,\hspace{0.08cm}min} = H = 3 \hspace{0.15cm}{\rm bit/Quellensymbol} \hspace{0.05cm}.$$ | :$$L_{\rm M,\hspace{0.08cm}min} = H = 3 \hspace{0.15cm}{\rm bit/Quellensymbol} \hspace{0.05cm}.$$ | ||
Die Symbolwahrscheinlichkeiten seien aber in dieser Aufgabe wie folgt gegeben: | Die Symbolwahrscheinlichkeiten seien aber in dieser Aufgabe wie folgt gegeben: | ||
:$$p_{\rm A} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.04 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm B} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.08 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm C} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.14 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm} | :$$p_{\rm A} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.04 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm B} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.08 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm C} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.14 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm D} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.25 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm} p_{\rm E} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.24 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm F} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.12 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm G} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.10 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm H} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.03 \hspace{0.05cm}.$$ | ||
p_{\rm D} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.25 \hspace{0.05cm}, | *Es liegt hier also eine redundante Nachrichtenquelle vor, die man durch Huffman–Codierung komprimieren kann. | ||
*Dieser Algorithmus wurde 1952 – also kurz nach Shannons bahnbrechenden Arbeiten zur Informationstheorie – von [https://de.wikipedia.org/wiki/David_A._Huffman David Albert Huffman] veröffentlicht und erlaubt die Konstruktion von optimalen präfixfreien Codes. | |||
p_{\rm H} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.03 \hspace{0.05cm}.$$ | |||
Es liegt hier also eine redundante Nachrichtenquelle vor, die man durch Huffman–Codierung komprimieren kann. | |||
: | Der Algorithmus soll hier ohne Herleitung und Beweis angegeben werden, wobei wir uns auf Binärcodes beschränken ⇒ die Codesymbolfolge besteht nur aus Nullen und Einsen: | ||
: | :'''(1)''' Man ordne die Symbole nach fallenden Auftrittswahrscheinlichkeiten. | ||
: | :'''(2)''' Man fasse die zwei unwahrscheinlichsten Symbole zu einem neuen Symbol zusammen. | ||
: | :'''(3)''' Man wiederhole Schritt '''(1)''' und '''(2)''', bis nur zwei (zusammengefasste) Symbole übrig bleiben. | ||
: | :'''(4)''' Die wahrscheinlichere Symbolmenge wird mit <b>1</b> binär codiert, die andere Menge mit <b>0</b>. | ||
:'''(5)''' Man ergänze schrittweise (von unten nach oben) die aufgespaltenen Teilcodes mit <b>1</b> bzw. <b>0</b>. | |||
Oft wird dieser Algorithmus durch ein Baumdiagramm veranschaulicht. Die Grafik zeigt dieses für den vorliegenden Fall. | |||
: | Sie haben folgende Aufgaben: | ||
:'''(a)''' Zuordnung der Symbole $\rm A$, ... , $\rm H$ zu den mit '''[1]''', ... , '''[8]''' bezeichneten Eingängen. | |||
:'''(b)''' Bestimmung der Summenwahrscheinlichkeiten $U$, ... , $Z$ sowie $R$ („Root”). | |||
:'''(c)''' Zuordnung der Symbole $\rm A$, ... , $\rm H$ zu den entsprechenden Huffman–Binärfolgen. Eine rote Verbindung entspricht einer <b>1</b>, eine blaue Verbindung einer <b>0</b>. | |||
Sie werden feststellen, dass die mittlere Codewortlänge | Sie werden feststellen, dass die mittlere Codewortlänge | ||
:$$L_{\rm M} = \sum_{\mu = 1}^{M}\hspace{0.05cm} p_{\mu} \cdot L_{\mu} $$ | :$$L_{\rm M} = \sum_{\mu = 1}^{M}\hspace{0.05cm} p_{\mu} \cdot L_{\mu} $$ | ||
bei Huffman–Codierung nur unwesentlich größer ist als die Quellenentropie | bei Huffman–Codierung nur unwesentlich größer ist als die Quellenentropie $H$. In dieser Gleichung gelten für den vorliegenden Fall folgende Werte: | ||
*$M = 8$, $p_1 = p_{\rm A}$, ... , $p_8 = p_{\rm H}$. | |||
*Die jeweilige Bitanzahl der Codesymbole für $\rm A$, ... , $\rm H$ ist mit $L_1$, ... , $L_8$ bezeichnet. | |||
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''Hinweise:'' | |||
*Die Aufgabe gehört zum Kapitel [[Informationstheorie/Entropiecodierung_nach_Huffman|Entropiecodierung nach Huffman]]. | |||
*Insbesondere wird Bezug genommen auf die Seiten | |||
** [[Informationstheorie/Entropiecodierung_nach_Huffman#Der_Huffman.E2.80.93Algorithmus|Der Huffman-Algorithmus]], | |||
**[[Informationstheorie/Entropiecodierung_nach_Huffman#Darstellung_des_Huffman.E2.80.93Codes_als_Baumdiagramm|Darstellung des Huffman-Codes als Baumdiagramm]]. | |||
*Zur Kontrolle Ihrer Ergebnisse verweisen wir auf das folgende Interaktionsmodul: [[Applets:Huffman_Shannon_Fano|Huffman- und Shannon-Fano-Codierung ⇒ $\text{SWF}$–Version]]. | |||
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{Welche Eingänge im Baumdiagramm stehen für | {Welche Eingänge im Baumdiagramm stehen für | ||
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Eingangsnummer $ \ = \ $ { 7 } ⇒ Symbol $\rm A$ | |||
Eingangsnummer $ \ = \ $ { 6 } ⇒ Symbol $\rm B$ | |||
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Eingangsnummer $ \ = \ $ { 1 } ⇒ Symbol $\rm D$ | |||
{Welche Zahlenwerte sollten bei den Knoten im Baumdiagramm stehen? | {Welche Zahlenwerte (Wahrscheinlichkeiten) sollten bei den Knoten im Baumdiagramm stehen? | ||
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Knoten U = { 0. | Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.07 1% } bei Knoten $\rm U$ | ||
Knoten V = { 0. | Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.15 1% } bei Knoten $\rm V$ | ||
Knoten W = { 0. | Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.22 1% } bei Knoten $\rm W$ | ||
Knoten | Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.29 1% } bei Knoten $\rm X$ | ||
Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.46 1% } bei Knoten $\rm Y$ | |||
Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 0.54 1% } bei Knoten $\rm Z$ | |||
Wahrscheinlichkeit $ \ = \ $ { 1 1% } bei $\rm Root$ | |||
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{Welche Binärcodes (darzustellen mit Nullen und Einsen) ergeben sich für | {Welche Binärcodes (darzustellen mit Nullen und Einsen) ergeben sich für | ||
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Binärcode $ \ = \ $ { 11101 } ⇒ Symbol $\rm A$ | |||
Binärcode $ \ = \ $ { 1111 } ⇒ Symbol $\rm B$ | |||
Binärcode $ \ = \ $ { 110 } ⇒ Symbol $\rm C$ | |||
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$ | $L_{\rm M} \ = \ $ { 2.73 3% } $\ \rm bit/Quellensymbol$ | ||
{Wie groß ist die Quellenentropie | {Wie groß ist die Quellenentropie $H$? | ||
|type=" | |type="()"} | ||
+ H = 2.71 bit/Quellensymbol. | + $H = 2.71\ \rm bit/Quellensymbol.$ | ||
- H = 2.75 bit/Quellensymbol. | - $H = 2.75\ \rm bit/Quellensymbol.$ | ||
- H = 3.00 bit/Quellensymbol. | - $H = 3.00\ \rm bit/Quellensymbol.$ | ||
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===Musterlösung=== | ===Musterlösung=== | ||
{{ML-Kopf}} | {{ML-Kopf}} | ||
'''(1)''' Vor dem Huffman–Algorithmus müssen die Symbole nach ihren Auftrittswahrscheinlichkeiten sortiert werden. | |||
*Da die zwei unwahrscheinlichsten Symbole schon im ersten Schritt zusammengefasst werden, nehmen die Auftrittswahrscheinlichkeiten von oben nach unten ab <br>(in der Grafik zu dieser Musterlösung von links nach rechts). | |||
*Durch Vergleich mit dem Angabenblatt erhält man: | |||
:Symbol $\rm A$: <u>Eingang 7</u>, Symbol $\rm B$: <u>Eingang 6</u>, Symbol $\rm C$: <u>Eingang 3</u>, Symbol $\rm D$: <u>Eingang 1</u>. | |||
[[Datei:P_ID2452__Inf_A_2_6a.png|right|right|frame|An die Aufgabe angepasstes Baumdiagramm]] | |||
'''(2)''' Der Knoten $\rm R$ ist die Baumwurzel (<i>Root</i>). Dieser ist stets mit $\underline{R=1}$ belegt, unabhängig von den Auftrittswahrscheinlichkeiten. | |||
: | Für die weiteren Werte gilt: | ||
:Schritt 1: $p_{\rm U} = p_{\rm A} + p_{\rm H} = 0.04 + 0.03 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.07}$, | |||
:Schritt | :Schritt 2: $p_{\rm V} = p_{\rm U} + p_{\rm B} = 0.07 + 0.08 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.15}$, | ||
:Schritt | :Schritt 3: $p_{\rm W} = p_{\rm F} + p_{\rm G} = 0.12 + 0.10 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.22}$, | ||
:Schritt | :Schritt 4: $p_{\rm X} = p_{\rm V} + p_{\rm C} = 0.15 + 0.14 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.29}$, | ||
:Schritt | :Schritt 5: $p_{\rm Y} = p_{\rm W} + p_{\rm E} = 0.22 + 0.24 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.46}$, | ||
:Schritt | :Schritt 6: $p_{\rm Z} = p_{\rm X} + p_{\rm D} = 0.29 + 0.25 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.54}$. | ||
<br clear=all> | |||
'''(3)''' Den Huffman–Code für das Symbol $\rm A$ erhält man, wenn man den Weg von der $\rm Root$ (gelber Punkt) zum Symbol $\rm A$ zurückverfolgt und jeder roten Verbindungslinie eine <b>1</b> zuordnet, jeder blauen eine <b>0</b>. | |||
* Symbol $\rm A$: rot–rot–rot–blau–rot → <b><u>11101</u></b>, | |||
* Symbol $\rm B$: rot–rot–rot–rot → <b><u>1111</u></b>, | |||
* Symbol $\rm C$: rot–rot–blau → <b><u>110</u></b>, | |||
* Symbol $\rm D$: rot–blau– → <b><u>10</u></b>, | |||
* Symbol $\rm E$: blau–rot → <b>01</b>, | |||
* Symbol $\rm F$: blau–blau–rot → <b>001</b>, | |||
* Symbol $\rm G$: blau–blau–blau → <b>000</b>, | |||
* Symbol $\rm H$: rot–rot–rot–blau–blau → <b>11100</b>. | |||
'''(4)''' Die Codierung unter Punkt '''(3)''' hat ergeben, dass | |||
* die Symbole $\rm D$ und $\rm E$ mit zwei Bit, | |||
* die Symbole $\rm C$, $\rm F$ und $\rm G$ mit drei Bit, | |||
* das Symbol $\rm B$ mit vier Bit, und | |||
* die Symbole $\rm A$ und $\rm H$ jeweils mit fünf Bit | |||
: | dargestellt werden. Damit erhält man für die mittlere Codewortlänge (in „bit/Quellensymbol”): | ||
:$$L_{\rm M} \hspace{0.2cm} = \hspace{0.2cm} (p_{\rm D} + p_{\rm E}) \cdot 2 + (p_{\rm C} + p_{\rm F} + p_{\rm G}) \cdot 3 + p_{\rm B} \cdot 4 +(p_{\rm A} + p_{\rm H}) \cdot 5 = 0.49 \cdot 2 + 0.36 \cdot 3 +0.08 \cdot 4 +0.07 \cdot 5 \hspace{0.15cm}\underline{= 2.73}\hspace{0.05cm}.$$ | |||
Man erkennt, dass | '''(5)''' Richtig ist allein die <u>Antwort 1</u>: | ||
*Die mittlere Codewortlänge $L_{\rm M}$ kann nicht kleiner sein als die Quellenentropie $H$. Damit scheiden die Antworten 2 und 3 aus. | |||
*Aus den vorgegebenen Auftrittswahrscheinlichkeiten kann die Quellenentropie tatsächlich zu $H = 2.71$ bit/Quellensymbol berechnet werden. | |||
*Man erkennt, dass diese Huffman–Codierung die vorgegebene Grenze (Quellencodierungstheorem) $L_{\rm M, \ min } \ge H = 2.71$ bit/Quellensymbol nahezu erreicht. | |||
{{ML-Fuß}} | {{ML-Fuß}} | ||
[[Category:Aufgaben zu Informationstheorie | [[Category:Aufgaben zu Informationstheorie|^2.3 Entropiecodierung nach Huffman^]] | ||
[[en:Aufgaben:Exercise_2.6:_About_the_Huffman_Coding]] | |||
Aktuelle Version vom 16. März 2026, 14:35 Uhr

Wir betrachten hier eine Quellensymbolfolge $\langle q_\nu \rangle$ mit dem Symbolumfang $M = 8$:
- $$q_{\nu} \in \{ \hspace{0.05cm}q_{\mu} \} = \{ \boldsymbol{\rm A} \hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm B}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm C}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm D}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm E}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm F}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm G}\hspace{0.05cm},\hspace{0.05cm} \boldsymbol{\rm H}\hspace{0.05cm}\}\hspace{0.05cm}.$$
Sind die Symbole gleichwahrscheinlich, gilt also $p_{\rm A} = p_{\rm B} =$ ... $ = p_{\rm H} = 1/M$, so macht Quellencodierung keinen Sinn. Bereits mit dem Dualcode $\rm A$ → 000, $\rm B$ → 001, ... , $\rm H$ → 111, erreicht nämlich dann die mittlere Codewortlänge $L_{\rm M}$ ihre untere Schranke $H$ gemäß dem Quellencodierungstheorem $(H$ bezeichnet hierbei die Quellenentropie$)$:
- $$L_{\rm M,\hspace{0.08cm}min} = H = 3 \hspace{0.15cm}{\rm bit/Quellensymbol} \hspace{0.05cm}.$$
Die Symbolwahrscheinlichkeiten seien aber in dieser Aufgabe wie folgt gegeben:
- $$p_{\rm A} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.04 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm B} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.08 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm C} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.14 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm D} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.25 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm} p_{\rm E} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.24 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm F} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.12 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm G} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.10 \hspace{0.05cm},\hspace{0.1cm}p_{\rm H} \hspace{-0.05cm}= \hspace{-0.05cm} 0.03 \hspace{0.05cm}.$$
- Es liegt hier also eine redundante Nachrichtenquelle vor, die man durch Huffman–Codierung komprimieren kann.
- Dieser Algorithmus wurde 1952 – also kurz nach Shannons bahnbrechenden Arbeiten zur Informationstheorie – von David Albert Huffman veröffentlicht und erlaubt die Konstruktion von optimalen präfixfreien Codes.
Der Algorithmus soll hier ohne Herleitung und Beweis angegeben werden, wobei wir uns auf Binärcodes beschränken ⇒ die Codesymbolfolge besteht nur aus Nullen und Einsen:
- (1) Man ordne die Symbole nach fallenden Auftrittswahrscheinlichkeiten.
- (2) Man fasse die zwei unwahrscheinlichsten Symbole zu einem neuen Symbol zusammen.
- (3) Man wiederhole Schritt (1) und (2), bis nur zwei (zusammengefasste) Symbole übrig bleiben.
- (4) Die wahrscheinlichere Symbolmenge wird mit 1 binär codiert, die andere Menge mit 0.
- (5) Man ergänze schrittweise (von unten nach oben) die aufgespaltenen Teilcodes mit 1 bzw. 0.
Oft wird dieser Algorithmus durch ein Baumdiagramm veranschaulicht. Die Grafik zeigt dieses für den vorliegenden Fall.
Sie haben folgende Aufgaben:
- (a) Zuordnung der Symbole $\rm A$, ... , $\rm H$ zu den mit [1], ... , [8] bezeichneten Eingängen.
- (b) Bestimmung der Summenwahrscheinlichkeiten $U$, ... , $Z$ sowie $R$ („Root”).
- (c) Zuordnung der Symbole $\rm A$, ... , $\rm H$ zu den entsprechenden Huffman–Binärfolgen. Eine rote Verbindung entspricht einer 1, eine blaue Verbindung einer 0.
Sie werden feststellen, dass die mittlere Codewortlänge
- $$L_{\rm M} = \sum_{\mu = 1}^{M}\hspace{0.05cm} p_{\mu} \cdot L_{\mu} $$
bei Huffman–Codierung nur unwesentlich größer ist als die Quellenentropie $H$. In dieser Gleichung gelten für den vorliegenden Fall folgende Werte:
- $M = 8$, $p_1 = p_{\rm A}$, ... , $p_8 = p_{\rm H}$.
- Die jeweilige Bitanzahl der Codesymbole für $\rm A$, ... , $\rm H$ ist mit $L_1$, ... , $L_8$ bezeichnet.
Hinweise:
- Die Aufgabe gehört zum Kapitel Entropiecodierung nach Huffman.
- Insbesondere wird Bezug genommen auf die Seiten
- Zur Kontrolle Ihrer Ergebnisse verweisen wir auf das folgende Interaktionsmodul: Huffman- und Shannon-Fano-Codierung ⇒ $\text{SWF}$–Version.
Fragebogen
Musterlösung
- Da die zwei unwahrscheinlichsten Symbole schon im ersten Schritt zusammengefasst werden, nehmen die Auftrittswahrscheinlichkeiten von oben nach unten ab
(in der Grafik zu dieser Musterlösung von links nach rechts). - Durch Vergleich mit dem Angabenblatt erhält man:
- Symbol $\rm A$: Eingang 7, Symbol $\rm B$: Eingang 6, Symbol $\rm C$: Eingang 3, Symbol $\rm D$: Eingang 1.

(2) Der Knoten $\rm R$ ist die Baumwurzel (Root). Dieser ist stets mit $\underline{R=1}$ belegt, unabhängig von den Auftrittswahrscheinlichkeiten.
Für die weiteren Werte gilt:
- Schritt 1: $p_{\rm U} = p_{\rm A} + p_{\rm H} = 0.04 + 0.03 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.07}$,
- Schritt 2: $p_{\rm V} = p_{\rm U} + p_{\rm B} = 0.07 + 0.08 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.15}$,
- Schritt 3: $p_{\rm W} = p_{\rm F} + p_{\rm G} = 0.12 + 0.10 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.22}$,
- Schritt 4: $p_{\rm X} = p_{\rm V} + p_{\rm C} = 0.15 + 0.14 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.29}$,
- Schritt 5: $p_{\rm Y} = p_{\rm W} + p_{\rm E} = 0.22 + 0.24 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.46}$,
- Schritt 6: $p_{\rm Z} = p_{\rm X} + p_{\rm D} = 0.29 + 0.25 \hspace{0.15cm}\underline{ =0.54}$.
(3) Den Huffman–Code für das Symbol $\rm A$ erhält man, wenn man den Weg von der $\rm Root$ (gelber Punkt) zum Symbol $\rm A$ zurückverfolgt und jeder roten Verbindungslinie eine 1 zuordnet, jeder blauen eine 0.
- Symbol $\rm A$: rot–rot–rot–blau–rot → 11101,
- Symbol $\rm B$: rot–rot–rot–rot → 1111,
- Symbol $\rm C$: rot–rot–blau → 110,
- Symbol $\rm D$: rot–blau– → 10,
- Symbol $\rm E$: blau–rot → 01,
- Symbol $\rm F$: blau–blau–rot → 001,
- Symbol $\rm G$: blau–blau–blau → 000,
- Symbol $\rm H$: rot–rot–rot–blau–blau → 11100.
(4) Die Codierung unter Punkt (3) hat ergeben, dass
- die Symbole $\rm D$ und $\rm E$ mit zwei Bit,
- die Symbole $\rm C$, $\rm F$ und $\rm G$ mit drei Bit,
- das Symbol $\rm B$ mit vier Bit, und
- die Symbole $\rm A$ und $\rm H$ jeweils mit fünf Bit
dargestellt werden. Damit erhält man für die mittlere Codewortlänge (in „bit/Quellensymbol”):
- $$L_{\rm M} \hspace{0.2cm} = \hspace{0.2cm} (p_{\rm D} + p_{\rm E}) \cdot 2 + (p_{\rm C} + p_{\rm F} + p_{\rm G}) \cdot 3 + p_{\rm B} \cdot 4 +(p_{\rm A} + p_{\rm H}) \cdot 5 = 0.49 \cdot 2 + 0.36 \cdot 3 +0.08 \cdot 4 +0.07 \cdot 5 \hspace{0.15cm}\underline{= 2.73}\hspace{0.05cm}.$$
(5) Richtig ist allein die Antwort 1:
- Die mittlere Codewortlänge $L_{\rm M}$ kann nicht kleiner sein als die Quellenentropie $H$. Damit scheiden die Antworten 2 und 3 aus.
- Aus den vorgegebenen Auftrittswahrscheinlichkeiten kann die Quellenentropie tatsächlich zu $H = 2.71$ bit/Quellensymbol berechnet werden.
- Man erkennt, dass diese Huffman–Codierung die vorgegebene Grenze (Quellencodierungstheorem) $L_{\rm M, \ min } \ge H = 2.71$ bit/Quellensymbol nahezu erreicht.