Auch diese Verteilung spielt für die Beschreibung zeitvarianter Kanäle eine wichtige Rolle, unter Anderem deshalb, weil das nichtfrequenzselektive Fading riceverteilt ist, wenn zwischen der Basisstation und dem Mobilteilnehmer eine Sichtverbindung besteht.
Für die Riceverteilung gelten folgende Aussagen:
Die Wahrscheinlichkeitsdichtefunkion hat für x > 0 den nachfolgend angegebenen Verlauf, wobei I0( ... ) die modifizierte Besselfunktion nullter Ordnung bezeichnet:
Der zusätzliche Parameter C ist ein Maß für die „Stärke” der Direktkomponente. Je größer der Quotient C/λ ist, desto mehr nähert sich der Ricekanal dem Gauß-Kanal an. Für C = 0 geht die Riceverteilung in die Rayleighverteilung über.
Bei der Riceverteilung ist der Ausdruck für das Moment mk deutlich komplizierter und nur mit Hilfe hypergeometrischer Funktionen angebbar. Ist jedoch – was häufig zutrifft – λ sehr viel kleiner als C, so ist m1 ≈ C und σ ≈ λ. Unter diesen Voraussetzungen kann die Riceverteilung durch eine Gaußverteilung mit Mittelwert C und Streuung λ angenähert werden.
Zur Modellierung einer riceverteilten Zufallsgröße x verwenden wir ein ähnliches Modell wie für die Rayleighverteilung, nur muss nun zumindest eine der beiden gaußverteilten und statistisch voneinander unabhängigen Zufallsgrößen u und υ einen Mittelwert ungleich 0 aufweisen.
Beispiel: Das nachfolgende Bild zeigt den Zeitverlauf einer riceverteilten Zufallsgröße x sowie die zugehörige Dichtefunktion fx(x), wobei C/λ = 2 gilt; der Mittelwert m1 ist hier etwas größer als C.
Salopp ausgedrückt könnte man sagen, dass die Riceverteilung einen Kompromiss zwischen Rayleigh- und Gaußverteilung darstellt.
Mit dem nachfolgend genannten Berechnungstool können Sie sich unter Anderem die Kenngrößen der Rayleigh- und der Riceverteilung anzeigen lassen: