Abschnitt: 3.3 Erwartungswerte und Momente
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Charakteristische Funktion

Ein weiterer Sonderfall eines Erwartungswertes ist die charakteristische Funktion, wobei hier für die Bewertungsfunktion g(x) = exp(jΩx) zu setzen ist:
Ein Vergleich mit dem Buch Signaldarstellung – Kapitel 3.1 zeigt, dass die charakteristische Funktion die Fourierrücktransformierte der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion darstellt:
Ist die Zufallsgröße x dimensionslos, so ist auch das Argument Ω der charakteristischen Funktion ohne Einheit. Das Symbol Ω wurde gewählt, da das Argument hier einen gewissen Bezug zur Kreisfrequenz beim zweiten Fourierintegral aufweist (gegenüber der Darstellung im f-Bereich fehlt der Faktor 2π im Exponenten). Es wird aber nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass – wenn man einen Bezug zur Systemtheorie herstellen will – Cx(Ω) der „Zeitfunktion” und fx(x) der „Spektralfunktion” entspricht.
Entwickelt man exp(jΩx) in eine Potenzreihe und vertauscht Summation und Erwartungswertbildung, so folgt die Reihendarstellung der charakteristischen Funktion:
In späteren Kapitel wird auf die Bedeutung der charakteristischen Funktion noch häufiger eingegangen.
Beispiel: Bei einer zweipunktverteilten Zufallsgröße x {–1, +1} mit gleichen Wahrscheinlichkeiten verläuft die charakteristische Funktion cosinusförmig. Das Analogon in der Systemtheorie ist, dass das Spektrum eines Cosinussignals mit der Kreisfrequenz Ω0 aus zwei Diracfunktionen bei ±Ω0 besteht.
Eine Gleichverteilung zwischen –y0 und +y0 besitzt nach den Gesetzen der Fouriertransformation – Näheres im Kapitel 3.1 des Buches Signaldarstellung – die folgende charakteristische Funktion:
Die Funktion si(x) = sin(x)/x ist in der Systemtheorie auch unter dem Namen Spaltfunktion bekannt.
 
 

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