Abschnitt: 3.5 Gaußverteilte Zufallsgröße
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Erzeugung mit dem Verfahren nach Box/Muller

Bei dieser Methode werden zwei statistisch voneinander unabhängige gaußverteilte Zufallsgrößen x und y aus den beiden zwischen 0 und 1 gleichverteilten und statistisch unabhängigen Zufallsgrößen u und υ durch nichtlineare Transformation erzeugt:
Das Verfahren nach Box und Muller – abgekürzt BM – kann wie folgt charakterisiert werden:
  • Der theoretische Hintergrund für die Gültigkeit obiger Generierungsvorschriften basiert auf den Gesetzmäßigkeiten für zweidimensionale Zufallsgrößen (siehe Kapitel 4.1).
  • Die obigen Gleichungen liefern sukszessive zwei Gaußsche Zufallswerte x und y ohne statistische Bindungen untereinander. Diese Tatsache kann man zur Verkürzung der Simulationszeit nutzen, indem man bei jedem Funktionsaufruf ein Tupel (x, y) von Gaußwerten generiert.
  • Ein Vergleich der Rechenzeiten zeigt, dass – bei jeweils bestmöglicher Implementierung – das BM-Verfahren der Additionsmethode mit I = 12 etwa um den Faktor 3 überlegen ist.
  • Der Wertebereich ist hier weniger begrenzt als bei der Additionsmethode, so dass bei einer Simulation auch kleine Wahrscheinlichkeiten besser wiedergegeben werden. Aber auch mit dem BM-Verfahren lassen sich keine beliebig kleinen Fehlerwahrscheinlichkeiten simulieren.

Beispiel: Bei einem 32 Bit-Rechner ist die kleinste darstellbare Floatzahl ca. 2–31 ≈ 0.466 · 10–9. Der Maximalwert für den Wurzelausdruck in der Generierungsvorschrift des BM-Verfahrens kann somit nicht größer als ca. 6.55 werden und ist äußerst unwahrscheinlich. Da sowohl die Cosinus- als auch die Sinusfunktion betragsmäßig auf 1 beschränkt ist, wäre das gleichzeitig der maximal mögliche Wert für die Zufallsgrößen x und y (mx = my = 0 und σx = σy = 1 vorausgesetzt).
Eine in [ES96] dokumentierte Simulation über eine Milliarde Abtastwerte hat aber gezeigt, dass das BM-Verfahren nur bis zu Fehlerwahrscheinlichkeiten von 10–5 die Q-Funktion sehr gut approximiert, dann aber der Kurvenverlauf steil abbricht. Der maximal auftretende Wert war bei der in [ES96] beschriebenen Simulation nicht 6.55, sondern aufgrund der aktuellen Zufallsgrößen u und υ nur etwa 4.6, womit sich der schlagartige Abfall ab etwa 10–5 erklären lässt. Bei 64 Bit-Rechenoperationen kann dieses Verfahren natürlich noch deutlich verbessert werden.
 
 

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