Bei analoger Phasenmodulation lautet das Sendesignal entsprechendKapitel 3.1allgemein:
Bei bipolarem Quellensignal ⇒ aν∈ {–1, +1}, der angenommenen Trägerphase ϕT = π (180°) und mit der geeignet dimensionierten Modulatorkonstanten KPM = π/(2s0) ergibt sich im ν–ten Zeitintervall:
Diese Gleichung für die binäre Phasenmodulation (BPSK) lässt sich wie folgt umformen:
In der Grafik sind die Signale und die dazugehörigen Leistungsdichtespektren skizziert. Man erkennt:
Das BPSK–Signal lässt sich wie das ASK–Signal als Produkt von Quellensignal q(t) und Trägersignal z(t) darstellen. Der einzige Unterschied liegt in den bipolaren Amplitudenkoeffizienten aν∈ {–1, +1} gegenüber den unipolaren Koeffizienten (0 oder 1) bei ASK.
Im Gegensatz zur ASK ist bei der BPSK – wie bei jeder Form von Phasenmodulation – die Hüllkurve konstant. Die Information wird hier durch die Phasensprünge innerhalb des Sendesignals übermittelt (graue Hinterlegungen in der Grafik).
Die Leistungsdichtespektren bei BPSK unterscheiden sich von denen bei ASK lediglich durch die fehlenden Diracfunktionen (da nun q(t) keinen Gleichanteil beinhaltet) sowie durch den Faktor 4 bezüglich der kontinuierlichen LDS–Anteile.
Daraus folgt weiter, dass die binäre Phasenmodulation zu den linearen Modulationsverfahren gezählt werden kann. Im Allgemeinen ist nämlich die (analoge) Phasenmodulation bis auf wenige Ausnahmen hinsichtlich des Quellensignals nichtlinear.
Für die Grafiken wurden bei ASK (Sinus) und BPSK (Minus–Cosinus) aus Darstellungsgründen verschiedene Trägerphasen gewählt. Diese willkürliche Festlegung ist jedoch keine Einschränkung. Beide Verfahren funktionieren bei anderen Trägerphasen in gleicher Weise.