Die nachfolgende Grafik zeigt, wie man von der bisher beschriebenen „ZSB–AM ohne Träger” zur bekannteren Variante „ZSB–AM mit Träger” gelangt. Diese hat den Vorteil, dass durch eine einfache Maßnahme beim Sender der Demodulator sehr viel einfacher und billiger realisiert werden kann.
Diese Grafik ist wie folgt zu interpretieren:
Die obere Darstellung zeigt das eher physikalische Modell der
„ZSB–AM mit Träger”, wobei die Veränderungen gegenüber der ZSB–AM ohne Träger ” rot hervorgehoben sind.
Dem Signal s(t) ist nun additiv das physikalische Trägersignal z(t) = AT · cos(ωT · t) hinzugefügt, das im Spektrum zwei zusätzliche Diracfunktionen bei ±fT, jeweils mit Gewicht AT/2, bewirkt.
Durch Addition des Gleichsignals AT zum Quellensignal und die anschließende Multiplikation mit dem dimensionslosen Träger z(t) ergibt sich das gleiche Signal und Spektrum wie oben.
Die zweite Darstellung ist demnach mit dem oberen Modell äquivalent. Die Trägerphase ϕT ist hier in beiden Fällen nur aus Gründen einer vereinfachten Darstellung zu 0 gesetzt.
Beispiel: Die Zweiseitenband-Amplitudenmodulation mit Träger findet auch heutzutage noch ihre Hauptanwendung in der Rundfunkübertragung auf Langwelle (Frequenzbereich 30 kHz – 300 kHz), Mittelwelle (300 kHz – 3 MHz) und Kurzwelle (3 MHz – 30 MHz), doch werden diese Frequenzen mehr und mehr für digitale Anwendungen (z. B. DVB – Digital Video Broadcast) freigegeben.
Eine Anwendung von Zweiseitenband-Amplitudenmodulation ohne Träger gibt es beispielsweise beim UKW-Stereo-Rundfunk. Hier wird das Differenzsignal zwischen den beiden Stereokanälen bei 39 kHz trägerlos amplitudenmoduliert. Dann werden das Summensignal der beiden Kanäle (30 Hz – 15 kHz), ein Hilfsträger bei 19 kHz sowie das Differenzsignal zusammengefasst und frequenzmoduliert.