Abschnitt: 3.3 Laplace–Rücktransformation
Seite: 2 von 6

 
 

Einige Ergebnisse der Funktionentheorie

Im Gegensatz zu den Fourierintegralen, die sich in den beiden Transformationsrichtungen nur geringfügig unterscheiden, ist bei Laplace die Berechnung von y(t) aus YL(p) – also die Rücktransformation –
  • sehr viel schwieriger als die Berechnung von YL(p) aus y(t),
  • auf elementarem Weg nicht oder nur sehr umständlich lösbar.
Definition: Allgemein gilt für die Laplace–Rücktransformation:
Die Integration erfolgt parallel zur imaginären Achse (gepunktete Linie in der Grafik). Der Realteil α muss dabei so gewählt werden, dass alle Pole links vom Integrationsweg liegen.

Die linke Grafik verdeutlicht dieses Linienintegral entlang der rot gepunktet eingezeichneten Vertikalen Re{p} = α. Lösbar ist dieses Integral mit dem Jordanschen Lemma der Funktionstheorie, siehe [Mar94]. In diesem Tutorial folgt nur eine sehr einfache Zusammenfassung der Vorgehensweise:
  • Das Linienintegral kann entsprechend der Skizze in zwei Kreisintegrale aufgeteilt werden, wobei sämtliche Polstellen im linken Kreisintegral liegen, während das rechte Kreisintegral nur Nullstellen beinhalten darf.
  • Entsprechend der Funktionstheorie liefert das rechte Kreisintegral die Zeitfunktion y(t) für negative Zeiten. Aufgrund der Kausalität muss y(t < 0) identisch 0 sein, was aber nach dem Hauptsatz der Funktionstheorie nur zutrifft, wenn es in der rechten p–Halbebene keine Pole gibt.
  • Das Integral über den linken Halbkreis liefert dagegen die Zeitfunktion für t ≥ 0. Dieses umschließt alle Polstellen und ist mit dem Residuensatz in (relativ) einfacher Weise berechenbar, wie auf der nächsten Seite gezeigt wird.
 
 

Inhaltsverzeichnis
Seitenübersicht
Weiter: Nächste Seite
 
 
Persönliche Einstellungen
Downloads