Abschnitt: 1.1 Systembeschreibung im Frequenzbereich
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Anwendung in der Nachrichtentechnik

Das Ursachen–Wirkungs–Prinzip lässt sich auch in der Nachrichtentechnik anwenden, beispielsweise zur Beschreibung von Zweipolen. Hier kann man den Stromverlauf i(t) als Ursachen- und die Spannung u(t) als Wirkungsfunktion betrachten. Durch Beobachten der I/U–Beziehungen lassen sich so Rückschlüsse über die Eigenschaften des eigentlich unbekannten Zweipols ziehen.
Im Jahr 1949 hat Karl Küpfmüller den Begriff „Systemtheorie” erstmals eingeführt. Er versteht darunter eine Methode zur Beschreibung komplexer Kausalzusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik, basierend auf einer Spektraltransformation – beispielsweise der im Buch „Signaldarstellung” dargelegten Fouriertransformation.
Man kann ein ganzes Nachrichtensystem systemtheoretisch beschreiben. Hier ist die Ursachenfunktion das Eingangssignal x(t) bzw. dessen Spektrum X(f) und die Wirkungsfunktion das Ausgangssignal y(t) oder die dazugehörige Spektralfunktion Y(f).

Auch in den nachfolgenden Bildern werden die Eingangsgrößen meist blau, die Ausgangsgrößen rot und Systemgrößen grün gezeichnet.
Beispiel: Beschreibt das „Nachrichtensystem” eine vorgegebene lineare Schaltung, so kann bei bekanntem Eingangssignal x(t) mit Hilfe der Systemtheorie das Ausgangssignal y(t) vorhergesagt werden. Eine zweite Aufgabe der Systemtheorie besteht darin, durch Messung von y(t) bei Kenntnis von x(t) das Nachrichtensystem zu klassifizieren, ohne dieses im Detail zu kennen.
Beschreibt x(t) beispielsweise die Stimme eines Anrufers aus Hamburg und y(t) die Aufzeichnung eines Anrufbeantworters in München, dann besteht das „Nachrichtensystem” aus folgenden Komponenten:
Mikrofon – Telefon – elektrische Leitung – Signalumsetzer – Glasfaserkabel – optischer Verstärker – Signalrücksetzer – Empfangsfilter (Entzerrer, Rauschbegrenzung) – ... – elektromagnetischer Wandler.
 
 

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