Abschnitt: 4.3 Approximation der Fehlerwahrscheinlichkeit
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Schwellenoptimierung bei nicht gleichwahrscheinlichen Symbolen

Gilt Pr(m0) ≠ Pr(m1), so kann man durch eine Verschiebung der Entscheidungsgrenze G eine etwas kleinere Fehlerwahrscheinlichkeit erreichen. Die nachfolgenden Ergebnisse werden ausführlich in der Musterlösung zur Aufgabe A4.7 hergeleitet:
  • Bei ungleichen Symbolwahrscheinlichkeiten liegt die optimale Entscheidungsgrenze Gopt zwischen den Regionen I0 und I1 näher beim unwahrscheinlicheren Symbol.
  • Die normierte optimale Verschiebung gegenüber der Grenze G = 0 bei gleichwahrscheinlichen Symbolen beträgt
  • Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist dann gleich
Beispiel: Für das Folgende gelte
Bei gleichwahrscheinlichen Symbolen ergibt sich die optimale Entscheidergrenze zu Gopt = 0. Damit erhält man für die Fehlerwahrscheinlichkeit:

Dagegen zeigt die untere Grafik die Verhältnisse für Pr(m0) = 3/4 und Pr(m1) = 1/4. Alle anderen Randbedingungen sind gegenüber der oberen Konstellation unverändert. Damit beträgt der (optimale) Verschiebungsparameter
was einer Verschiebung um 14% hin zum Symbol s1 bedeutet. Die Fehlerwahrscheinlichkeit wird dadurch geringfügig kleiner:
Man erkennt aus diesen Zahlenwerten: Durch die Schwellenverschiebung wird nun zwar das Symbol s1 stärker verfälscht, das wahrscheinlichere Symbol s0 jedoch überproportional weniger.
Anmerkung: Bei Pr(m0) ≠ Pr(m1) müssen nun die absoluten Wahrscheinlichkeitsdichefunktionen Pr(mi) · pr|mi(ρ | mi) betrachtet werden. Der formale Parameter ρ gibt dabei wieder eine Realisierung der AWGN–Zufallsgröße r = s + n an.
 
 

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