Es gibt verschiedene schaltungstechnische Implementierungen des Maximum–Likelihood–Empfängers. Beispielsweise können die erforderlichen Integrale durch lineare Filterung und anschließender Abtastung gewonnen werden. Man bezeichnet diese Realisierungsform als Matched–Filter–Empfänger, da hier die Impulsantworten der M parallelen Filter formgleich mit den Nutzsignalen s0(t), ... , sM–1(t) sind.
Die M Entscheidungsgrößen
Ii sind dann gleich den Faltungsprodukten r(t) ∗ si(t) zum Zeitpunkt t = 0. Beispielsweise erlaubt der imKapitel 1.4ausführlich beschriebene „optimale Binärempfänger” eine Maximum–Likelihood–Entscheidung mit den ML–Parametern M = 2 und N = 1.
Wir beschränken uns hier auf den so genannten Korrelationsempfänger entsprechend dem folgenden Blockschaltbild. Zur Vereinfachung werden N = 3, t1 = 0, t2 = 3T sowie M = 23 = 8 vorausgesetzt.
Man erkennt:
Der Korrelationsempfänger bildet insgesamt M = 8 Kreuzkorrelationsfunktionen zwischen dem Empfangssignal r(t) = sk(t) + n(t) und den möglichen Sendesignalen si(t), i = 0, ... , M–1. Vorausgesetzt ist für diese Beschreibung, dass das Nutzsignal sk(t) gesendet wurde.
Der Korrelationsempfänger sucht nun den maximalen Wert Wj aller Korrelationswerte und gibt die dazugehörige Folge Qj als Sinkensymbolfolge V aus. Formal lässt sich die ML–Entscheidungsregel wie folgt ausdrücken:
Setzt man weiter voraus, dass alle Sendesignale si(t) die genau gleiche Energie besitzen, so kann man auf die Subtraktion von Ei/2 in allen Zweigen verzichten. In diesem Fall werden folgende Korrelationswerte miteinander verglichen (i = 0, ... , M–1):
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Ij = Ik größer als alle anderen Vergleichswerte Ii≠k. Ist das Rauschen n(t) allerdings zu groß, so kann auch der ML–Empfänger eine Fehlentscheidung treffen.