Die nachfolgende Grafik zeigt dasAugendiagrammfür ein
impulsinterferenzbehaftetes System ohne Rauschen (links),
ein impulsinterferenzfreies System ohne Rauschen (Mitte),
das gleiche impulsinterferenzfreie System mit Rauschen (rechts).
Auf die Definition, Bedeutung und Berechnung des Augendiagramms wird imKapitel 3.2noch ausführlich eingegangen. Die Bilder wurden mit dem Programm „bas” erzeugt. Hinweis zum Download dieses Programms aus LNTsim finden Sie am Beginn dieses Kapitels unterKapitelüberblick.
Diese Bilder können wie folgt interpretiert werden:
Das mittlere Diagramm stammt von einem Nyquistsystem mit Cosinus–Rolloff–Charakteristik (Rolloff–Faktor r = 0.5). Es treten somit keine Impulsinterferenzen auf.
Auch das rechte Augendiagramm stammt von einem impulsinterferenzfreien System (genauer gesagt: vom gleichen System wie die mittlere Grafik), obwohl hier d(νT) = ±s0 nicht zutrifft. Die Abweichungen von den Sollwerten ±s0 sind hier auf das AWGN–Rauschen zurückzuführen.
Aus diesem letzten Punkt folgt die wichtige Erkenntnis: Die Frage, ob ein impulsinterferenzfreies oder ein impulsinterferenzbehaftetes System vorliegt, kann nur anhand des Detektionssignals (bzw. des Augendiagramms) ohne Rauschen entschieden werden.
Das linke Diagramm weist auf Impulsinterferenzen hin, da hier kein Rauschen berücksichtigt ist. Ein Grund für diese Impulsinterferenzen könnte sein, dass der Gesamtfrequenzgang von Sender und Empfänger das
Impulsinterferenzen entstehen aber auch bei einem Kanal mit frequenzabhängigem Frequenzgang HK(f), wenn es dem Empfänger nicht gelingt, die Dämpfungs– und Phasenverzerrungen des Kanals vollständig (hundertprozentig) zu kompensieren.
Letztendlich kommt es auch beim mittleren System zu Impulsinterferenzen, wenn nicht exakt in Augenmitte entschieden wird, sondern zu einem Detektionszeitpunkt TD ≠ 0. In diesem Fall müssen dann die Detektionsgrundimpulswerte zu gν = gd(TD + ν · T) definiert werden.