Johann Philipp Reis konstruierte weltweit den ersten Fernsprecher. Der Privatschullehrer, geboren am 7. Januar 1834 in Gelnhausen, studierte autodidaktisch Mathematik und Naturwissenschaften und war dann von 1858 bis zu seinem Tod am 24. Januar 1874 Lehrer an einer Privatschule in Friedrichsdorf bei Homburg.
1860 gelang Reis die Umwandlung von Membranschwingungen in leitbare Sprechströme, so dass Klang und Sprache übermittelt werden konnten, zunächst über die Distanz von 100 Metern. Dieses von ihm „Telephon” genannte Gerät erregte aber in Deutschland keine Aufmerksamkeit, trotz Vorführung im Frankfurter Physikalischen Verein (1864).
Um so mehr verstand es der gebürtige Engländer Alexander Graham Bell zu nutzen, der eine reifere Version auf der Basis der Reis-Erfindung 1876 (nach dem Tod von Reis) der Öffentlichkeit vorführte und patentieren ließ.