Der ISDN–Primärmultiplexanschluss basiert auf dem PCM–System 30/32 und bietet 30 vollduplexfähige Basiskanäle, desweiteren noch einen Signalisierungskanal sowie einen Synchronisationskanal. Jeder dieser Kanäle, die im Zeitmultiplex übertragen werden, hat eine Datenrate von 64 kbit/s. Ein Rahmen besteht aus jeweils einem Byte (8 Bit) aller 32 Kanäle. Die Dauer eines solchen Rahmens wird mit TR bezeichnet, während TB die Bitdauer angibt.
Sowohl auf der S2M– als auch auf der UK2–Schnittstelle des hier betrachteten ISDN–Systems wird der HDB3–Code verwendet, der vom AMI–Code abgeleitet ist. Es handelt sich hierbei um einen Pseudoternärcode (M = 3, Symboldauer T = TB), der sich vom AMI–Code in der Weise unterscheidet, dass lange Nullfolgen durch bewusste Verletzung der AMI–Codierregel vermieden werden. Dabei gilt:
Treten im AMI–codierten Signal a(t) vier aufeinander folgende „0”–Symbole auf, so werden diese durch vier andere Ternärsymbole ersetzt.
Sind vor diesem Viererblock im Signal a(t) eine gerade Anzahl von „+1” aufgetreten und der letzte Puls positiv (bzw. negativ), so wird „0 0 0 0” durch „– 0 0 –” (bzw. „+ 0 0 +”) ersetzt.
Bei ungerader Anzahl von Einsen vor diesem „0 0 0 0”–Block werden dagegen als Ersetzungen „0 0 0 +” (falls letzter Puls positiv) oder „0 0 0 –” (falls letzter Puls negativ) gewählt.
Die Grafik zeigt oben das Binärsignal q(t) und das Signal a(t) nach der AMI–Codierung. Das HDB3–Signal, das Sie im Laufe dieser Aufgabe ermitteln sollen, wird mit c(t) bezeichnet.
Hinweis: Die Aufgabe bezieht sich auf dasKapitel 1.3dieses Buches. Weitere Informationen zu den Pseudoternärcodes finden Sie im Kapitel 2.4von „Digitalsignalübertragung”.