Breitband–ISDN – meist abgekürzt als B–ISDN – ist eine Weiterentwicklung von ISDN. Ziel dieser Weiterentwicklung aus dem Jahre 1996 war es, zusätzlich zu den Diensten und Anwendungen des Schmalband–ISDN neue Kommunikationsdienste mit höheren Bandbreiten zu ermöglichen. B–ISDN unterstützt beispielsweise audiovisuelle Dienste und Multimedia–Anwendungen wie Bildübertragung, Bildtelefon und Videokonferenz mit Übertragungsraten bis zu maximal 155 Mbit/s.
Um eine solch große Übertragungsrate zu erreichen, nutzt B–ISDN folgende neue Technologien:
Anstelle von Kupferkabeln werden Glasfasern verwendet, die aufgrund ihrer geringen Dämpfung größere Bandbreiten und Reichweiten ermöglichen. Auf der nächsten Seite sind die Vorteile der Glasfasertechnologie zusammengestellt.
Zur Übertragung und Vermittlung der Information wird auf die ATM–Technik (Asynchronous Transfer Mode) gesetzt. Auf der letzten Seite dieses Abschnitts wird diese Übertragungstechnik für B–ISDN erklärt.
Die Orts– und Fernvermittlungsstellen sind speziell für diese großen Bandbreiten ausgelegt.
Die nachfolgende Grafik zeigt ein ISDN–Netz mit zwei B–Kanälen (Schmalband–ISDN, unten) über eine Kupfer–Doppelader (Cu–DA) und oben das Breitband–ISDN (B–ISDN) über Glasfaser (LWL, Lichtwellenleiter). Über eine weitere Kupfer–Doppelader (in der Mitte) erfolgt die Signalisierung, zum Beispiel mittels des Signalisierungssystems SS7.
Der große wirtschaftliche Erfolg von B–ISDN ist ausgeblieben, da diese Technologie sehr teuer ist und mitDSL(Digital Subscriber Line) ebenfalls ausreichende Bandbreiten erreicht werden können. Die hohen Kosten hängen damit zusammen, dass die Glasfaser bis zum Teilnehmer verlegt werden muss. Größere Firmen und Behörden benutzen aber teilweise auch heute noch B–ISDN, wobei nach weiteren Modifikationen Datenraten bis zu 622 Mbit/s erreicht werden.