Beim ISDN–Primärmultiplexanschluss wird sowohl auf der S2M– als auch auf der UK2–Schnittstelle jeweils der so genannte HDB3–Leitungscode (High Density Bipolar 3ary) verwendet. Gegenüber dem modifizierten AMI–Code auf der S0–Schnittstelle des Basisanschlusses
wird das Auftreten von langen Nullfolgen vermieden und dadurch
dem Empfänger eine sicherere Taktrückgewinnung und Synchronisation ermöglicht.
Die HDB3–Leitungscodierung funktioniert wie folgt:
Wie beim AMI–Code wird jeder binären „0” der Signalpegel 0 V zugeordnet, während die binäre „1” alternierend durch die Werte +s0 bzw. –s0 dargestellt wird.
Treten im AMI–codierten Signal vier aufeinander folgende „0”–Bits auf, so werden diese durch eine Folge von vier anderen Bits ersetzt, welche die AMI–Codierregel verletzen.
Ist wie in obiger Grafik die Anzahl der Einsen gerade oder 0 und der letzte Puls vor diesen vier Bits negativ (bzw. positiv), so wird „0 0 0 0” durch „+ 0 0 +” (bzw. „– 0 0 –”) ersetzt.
Bei ungerader Anzahl von Einsen vor diesem „0 0 0 0”–Block würden dagegen als Ersetzungen „0 0 0 +” (falls letzter Puls positiv) oder „0 0 0 –” (falls letzter Puls negativ) gewählt.
In allen vier Fällen kann der Decoder die Verletzung der AMI–Regel erkennen und diesen Block wieder durch „0 0 0 0” ersetzen. Die Gleichstromfreiheit bleibt durch diese Maßnahmen erhalten.