Mit dem UMTS Release 5 wurden unter Anderem IP–basierte Netze (IP Core Networks) eingeführt. Dabei werden sowohl Nutzdaten als auch Kontrolldaten über ein internes IP–Netz übertragen. Das bedeutet, dass sowohl leitungsvermittelte Dienste als auch paketvermittelte Dienste auf der Basis von IP–Protokollen erbracht werden.
Die Grafik zeigt die Netzarchitektur von UMTS Release 5 in schematischer Weise. Im Vergleich zur ursprünglichen UMTS–Netzarchitektur (Release 99) wurde das Netz um folgende Knoten ergänzt:
Das Media Gateway (MGW) ist für die Wiedergewinnung der in Voice–over–IP (VoIP) konvertierten Sprachpakete in herkömmliche Sprachdaten verantwortlich.
Der Home Subscriber Server (HSS) fasst die aus dem UMTS Release 99 bekannten Register HLR und VLR zusammen.
Der Call State Control Function (CSCF)–Knoten ist für die gesamte Steuerung des IP–Netzes in UMTS Release 5 zuständig und stellt zudem die Kommunikation zwischen CSCF–Knoten und Teilnehmer über das Session Initiation Protokoll (SIP) her.
Es spricht vieles für den Einsatz der IP–basierten Netzarchitektur, da diese eine Reihe von Verbesserungen bereitstellt. Wesentliche Vorteile von IP–Netzen sind:
eine zukunftsweisende Alternative zur jetzigen Auslegung,
eine preiswerte Routing–Technologie und damit große Einsparungen bei der Vermittlungstechnik,
große Flexibilität bei der Einführung neuer Dienste und
eine leichte Implementierung von Netzüberwachungstechniken.
Entscheidende Nachteile dieser Architektur sind allerdings auch:
die mühsame Integration der Infrastruktur der zweiten Mobilfunkgeneration,
die Notwendigkeit von Übergangsknoten zur Konvertierung der Daten in sog. Gateways, sowie
das Fehlen eines eindeutigen und zuverlässigen Sicherheitskonzeptes.