Die Transportkanäle befinden sich in der physikalischen Schicht des ISO/OSI–Schichtenmodells. Sie
werden durch die Parameter der Datenübertragung (beispielsweise die Datenrate) gekennzeichnet,
haben die gewünschten Anforderungen bezüglich der Fehlerschutzmechanismen zu gewährleisten,
legen die Art – so zu sagen das „WIE” – der Datenübertragung fest.
Man unterscheidet zwei Klassen von Transportkanälen, nämlich dedizierte und gemeinsam genutzte Transportkanäle. Zur Klasse der dedizierten Transportkanäle (Dedicated Transport Channels – DTCH) gehören die Dedicated Channels (DCH), die einem Teilnehmer fest zugewiesen werden. Ein DCH transportiert sowohl Nutzdaten als auch Kontrolldaten (Handover–Daten, Messdaten, ...) an die höheren Schichten, in denen sie dann interpretiert und verarbeitet werden.
Zu den gemeinsam genutzten Transportkanälen (Common Transport Channels – CTCH) gehören beispielsweise:
Der Broadcast Channel (BCH) ist ein Downlink–Kanal, der netzbetreiberspezifische Daten der Funkzelle (zum Beispiel Access Random Codes zur Signalisierung eines Verbindungsaufbaus) an die Teilnehmer verteilt. Charakteristisch ist seine relativ hohe Leistung und niedrige Datenrate (nur 3.4 kbit/s), um allen Nutzern einen möglichst fehlerfreien Empfang und hohen Prozessgewinn zu ermöglichen.
Der Forward Access Channel (FACH) ist ein Downlink–Kanal, zuständig für den Transport von Kontrolldaten. Eine Zelle kann mehrere FACH–Kanäle enthalten, wobei einer der Kanäle eine niedrige Datenrate aufweisen muss, um allen Nutzern die Auswertung seiner Daten zu ermöglichen.
Der Random Access Channel (RACH) ist ein unidirektionaler Uplink–Kanal. Der Teilnehmer kann damit den Wunsch äußern, eine Funkverbindung aufbauen zu wollen. Außerdem können auch kleine Datenmengen übertragen werden.
Der Common Packet Channel (CPCH) ist ein unidirektionaler Uplink–Datenkanal, der für paketorientierte Dienste ausgelegt ist und eine Erweiterung des RACH–Kanals darstellt.
Der Paging Channel (PCH) ist ein unidirektionaler Downlink–Kanal zur Lokalisierung eines Teilnehmers mit Daten für die Paging–Prozedur.