Abschnitt: 1.1 Allgemeine Beschreibung von ISDN
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Netzinfrastruktur für das ISDN (1)

Das Anfang der 1980er Jahren konzipierte ISDN sollte aus Kostengründen das vorhandene analoge Telefonnetz nutzen. Den größten Kostenfaktor dieser Infrastruktur stellt der Teilnehmeranschlussbereich zwischen der Ortsvermittlungsstelle (OVSt) bzw. einem Hauptverteiler (HVt) und den Teilnehmern dar, da sich in diesem Bereich das Netz maximal verzweigt. In Deutschland ist diese so genannte „Last Mile” im Landesdurchschnitt kürzer als 4 Kilometer, in städtischen Gebieten zu 90% sogar kürzer als 2.8 km.

Aufgrund der topologischen Gegebenheiten verzweigt sich das Telefonnetz sternförmig zum Endkunden hin immer mehr. Um nicht für jeden Teilnehmer ein separates Kupferkabel zur Ortsvermittlungsstelle legen zu müssen, wurden Verzweiger zwischengeschaltet und die Leitungen in entsprechend großen Kabeln gebündelt. Der Teilnehmeranschlussbereich setzt sich deshalb meist wie folgt zusammen:
  • das Hauptkabel mit bis zu 2000 Doppeladern zwischen OVSt/HVt und Kabelverzweiger (KVZ),
  • das Verzweigungskabel zwischen KVZ und Endverzweiger (EVZ) mit bis zu 300 Doppeladern und mit maximal 500 Meter deutlich kürzer als ein Hauptkabel,
  • das Hausanschlusskabel zwischen Endverzweiger und der Netzabschlussdose beim Teilnehmer mit zwei Doppeladern.
Zur Verminderung der induktiven und kapazitiven Beeinflussung benachbarter Leitungspaare und zur Erhöhung der Packungsdichte werden jeweils zwei Doppeladern zu einem so genannten Sternvierer verseilt. Die untere Grafik zeigt einen solchen Sternvierer und ein Bündelkabel. Im dargestellten Beispiel werden je fünf solcher Vierer zu einem Grundbündel und je 5 Grundbündel zu einem Hauptbündel zusammengefasst. Dieses beinhaltet somit 50 Doppeladern mit PE–Isolierung.

 
 

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