Das Ergebnis der Faltungsdecodierung hängt nicht nur von der Häufigkeit der Übertragungsfehler ab, sondern auch von deren Verteilung. Um gute Korrekturergebnisse zu erzielen, sollte der Kanal kein Gedächtnis besitzen, sondern möglichst statistisch unabhängige Bitfehler liefern.
Bei Mobilfunksystemen treten Übertragungsfehler aber meist in Blöcken (Error Bursts) auf. Durch den Einsatz der Interleaving–Technik werden solche Bündelfehler über mehrere Bursts gleichmäßig verteilt und so deren Auswirkungen abgeschwächt.
Bei einem Sprachkanal arbeitet der Interleaver in folgender Weise:
Die 456 Eingangsbit pro Sprachrahmen werden nach einem festen Algorithmus auf vier Blöcke zu je 114 Bit aufgeteilt. Im Folgenden werden diese für den n–ten Sprachrahmen mit An, Bn, Cn und Dn bezeichnet. Der Index n–1 bezeichnet den vorhergehenden Rahmen, n+1 den nachfolgenden.
Der Block An wird weiterhin in zwei Unterblöcke Ag,n und Au,n zu je 57 Bit unterteilt, wobei Ag,n nur die geraden Bitpositionen und Au,n die ungeraden Bitpositionen von An bezeichnet. In der Grafik sind Ag,n und Au,n an der roten bzw. blauen Hinterlegung zu erkennen.
Der Unterblock Ag,n des n–ten Sprachrahmens wird mit dem Block Au,n–1 des vorangegangenen Rahmens zusammengefügt und ergibt die 114 Bit Nutzdaten eines Normal Bursts mit 156.25 Bit: (Ag,n, Au,n–1). Gleiches gilt entsprechend der Skizze für die drei nächsten Bursts: (Bg,n, Bu,n–1), (Cg,n, Cu,n–1), (Dg,n, Du,n–1).
In gleicher Weise werden die ungeraden Unterblöcke des n–ten Sprachrahmens mit den geraden Unterblöcken des nachfolgenden Rahmens verschachtelt: (Ag,n+1, Au,n), ... , (Dg,n+1, Du,n).
Diese Verwürfelungsart wird block-diagonales Interleaving genannt, hier speziell vom Grad 8. Es vermindert die Störanfälligkeit gegenüber Bündelfehlern. So werden niemals zwei aufeinander folgende Bits eines Datenblocks direkt hintereinander gesendet. Mehrbitfehler treten nach dem De–Interleaver isoliert auf und können so wirkungsvoller korrigiert werden.